Warum junge Stimmen besonders wichtig sind: 5 schnelle Fragen an 4 Jungpolitiker:innen

Nach der Paneldiskussion mit den fünf Jungpolitiker:innen aus allen demokratischen Parteien, und teilweise auch deren Jugendorganisationen, habe ich mir genau die noch einmal geschnappt und ihnen fünf schnelle Fragen gestellt- unter anderem zu den Themen Jugendbeteiligung und Essensvorlieben…

Für die Jungen Linken war Lena Reinhardt bei der Paneldiskussion mit dabei. Die Grüne Jugend wurde durch Bundessprecher Timon Dzenius vertreten, den ich leider nicht mehr für das Interview erwischt habe. Paavon Czwickla hat für die Jungen Liberalen (JuLis) mitdiskutiert. Und Miriam Sielgreitmaier vertrat die Jusos auf der Bühne.

Bei jedem der Jungpolitiker:innen war ein wenig Geduld gefragt: sie wurden von vielen interessierten Jugendlichen umringt, die sich angeregt mit den Vertreter:innen der Parteien unterhielten. Also stellte ich mich auch in die Schlange, und im Stehen ging es schließlich motiviert los mit den Fragen…

Ein kleines Gedankenspiel: Stellt euch vor, ihr wärt für einen Tag Bundeskanzler:in und hättet die alleinige Macht. Was wäre eure erste Amtshandlung?

Reinhardt: Das ist eine sehr schwierige Entscheidung. Wahrscheinlich wäre es ein Gesetz zur Verbesserung der Kinder- und Jugendbildung. Im Moment ist ja auch das Thema Kindergrundsicherung sehr aktuell.

Czwikla: Ich würde ein Gesetz zur Endbürokrarisierung auf den Weg bringen, also um schneller und einfacher Gesetze in Kraft treten zu lassen. Momentan dauert das ja in der Regel mehrere Monate, also würde es mir gar nicht so viel bringen, einen Tag lang Bundeskanzler zu sein.

Sieglreitmaier: Ich würde die Kindergrundsicherung umsetzen, weil über 20% der Kinder in Deutschland gerade in Armut leben und das einfach nicht so ahinnehmbar ist.

Bauer: Familien sollten stärker gefördert werden. Kinderbetreuung und Beruf sollten stärker miteinander zu vereinbaren sein. Es sollte ein Pflegegeld eingeführt werden und das Elterngeld reformiert werden, um so die Mütter daheim bei der Sorgearbeit zu unterstützen.

Was hat euch politisiert, was war für euch der wichtigste Erstkontakt zur Politik?

Reinhardt: Das waren die Jugendpolitiktage 2017! Damals war ich im Jugendbeirat und konnte deswegen zu den JPT nach Berlin fahren, wo ich dann meine ersten Berührungspunkte mit Politik und politischen Jugendorganisationen hatte.

Czwikla: Bei mir war es der Wahl-O-Mat (daher empfehle ich sehr, den einmal zu machen). Die Personen, welche mich am meisten politisiert hat, war dann der Politiker Gudio Westerwelle.

Sieglreitmaier: Einerseits hat mich die Geflüchteten-Politik dazu bewegt, andererseits waren es die Streiks für studentische Beschäftige 2018, an denen ich auch teilgenommen habe. Das waren zwei Punkte, bei denen ich dachte, da müsste strukturell mehr gemacht werden.

Bauer: Bei mir war es der Girlsday, der mich dazu gebracht hat, in die Politik zu gehen. Dort habe ich Praktikum bei einer Landtagsabgeordneten gemacht. Ich merkte schnell, wie cool es ist, sich zusammen mit anderen jungen Leuten einzubringen. Auch von der familiären Seite wurde ich da geprägt.

Wieso braucht es eurer Meinung nach mehr junge Politiker:innen?

Reinhardt: Wir bringen eine andere Perspektive in die Politik. Weil wir nicht aufgrund dessen entscheiden, was passiert ist, sondern aufgrund dessen, was passieren wird.

Czwikla: Weil die Anliegen der jungen Generation gehört werden müssen, das ist eine Frage der Gerechtigkeit. Wir sind schließlich diejenigen, die am meisten mit den Entscheidungen leben müssen, die heute in der Politik getroffen werden. Gerade im Vergleich zu den über 60jährigen sind wir unterrepräsentiert. Weil die Politik häufig nur Wahlversprechen an diese Leute macht, braucht es Jugendorganisationen, die sich für uns junge Menschen einsetzen.

Sieglreitmaier: Junge Menschen sind besser darin, die Perspektiven anderer junger Menschen auch in die Politik zu tragen und außerdem notwendig, da die junge Generation ja von so vielen Krisen betroffen ist und daher einfach mitreden muss.

Bauer: Weil die Gesellschaft mittlerweile so divers ist und so viel Potenzial hat, da müssen junge Menschen auch mitmischen. Wählen ab 16 ist nicht unbedingt notwendig, doch es ist eine gute Unterstützung wenn man die jungen Kandidat:innen einfach mal wählt, egal, ob in der Kommunalpolitik, für die Parlamente der Länder oder auf Bundesebene.

Welchen Tipp könnt ihr anderen jungen Menschen, die selber in der Politik aktiv sein wollen, mit auf den Weg geben?

Reinhardt: Informiert und engagiert euch. Egal, ob in politischen Jugendorganisationen oder anderswo-, Hauptsache, ihr setzt euch für die Themen ein, die ihr wichtig findet.

Czwikla: Durchsetzungsvermögen und Geduld zu haben ist wichtig, weil man vielleicht auch mal drei Stunden an einem Stammtisch diskutieren muss. Doch alle, die wirklich Politik machen wollen werden da dann auch total viel Spaß haben.

Sieglreitmaier: Man sollte auf jeden Fall politische Ideale haben die man verfolgt und für die man kämpfen will, da man damit sehr viel Zeit verbringt. Bauer: Engagement lohnt sich, lasst euch nicht vom Zeitaufwand abschrecken. Am Ende findet ihr Freund:innen fürs Leben und politische Wegbegleiter:innen, und dieser soziale Aspekt ist eine große Motivation für mich neben dem Einbringen in Sachdebatten.

Euer Lieblings-Mitternachtssnack?

Reinhardt: Ich stehe sehr auf saure Gurken. Ein bisschen ungewöhnlich, doch die liebe ich.

Czwikla: Wenn es verfügbar ist, dann finde ich kalte Pizza sehr geil.

Sieglreitmaier: Falafel ist mein Favorit.

Bauer: Der beste Mitternachtssnack für mich sind Nudeln mit Ketchup und Käse.

Ich habe das Gefühl, für alle der Jungpolitikerinnen und -Politiker waren die 5 Fragen auf jeden Fall genug- nicht, weil sie keine Lust gehabt hätten, sondern, weil sich während des Interviews schon immer wieder eine Schlange hinter mir voller interessierter Jugendlicher und Erwachsener gebildet hat. Egal ob jung oder alt: viel Zeit hat man als Politiker:in eben sehr selten.genug

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