Wahlurnen sind Mülltonnen

Wählen gehen ist wichtig. Dazu gehören aber nicht nur Kreuze auf dem Wahlzettel, sondern auch das Setting drumherum. Helen und Judith setzen sich dafür ein. Sie sind Wahlhelferinnen bei der Hamburger Bürgerschaftswahl 2020 und leisten ihren ganz eigenen Beitrag zur Demokratie.

Die Wahlhelferinnen Lisa Wetzig und Charlotte Sachs bei der Arbeit im Wahllokal. / Foto: Alexander Schmitt

Roter Deckel auf weißer Tonne – so sehen die Wahlurnen in Hamburg aus. In der Schule Hoher Landwehr im Stadtteil Hamm stehen hier unweit der U-Bahnstation Burgstraße drei Stück davon. Denn hier sind gleich drei Wahllokale untergebracht. Eins davon leitet Helen Holldorb. Die 25-jährige Studentin ist Wahlleiterin und trägt die Verantwortung dafür, dass in ihrem Wahllokal alles mit rechten Dingen zugeht.

Wählen. Wie geht das?

Die Wahlberechtigten des Wahlbezirks 12204 können hier ihre Stimmen abgeben. Zwischen 8 und 18 Uhr ist das am Wahlsonntag möglich. Das Prinzip ist einfach: Die Wählenden bringen ihren Wahlschein und Personalausweis mit. Das Team von Helen prüft, ob die Person im Wählerverzeichnis eingetragen ist und gibt die Stimmhefte aus. Das rote Heft ist für den Wahlkreis und das gelbe Heft für die Landeslisten der jeweiligen Parteien. Extra aufgebaute Wahlkabinen garantieren, dass die Wählenden beim Setzen der Kreuze unbeobachtet sind und frei entscheiden können. Danach werfen die Wählenden ihre Stimmzettel eigenhändig in die Wahlurne ein.

Muster-Stimmzettel für die Landeslisten (gelb) und die Wahlkreislisten (rot) in einem Wahllokal. 1,3 Mio. Hamburgerinnen und Hamburger sind aufgerufen, ihre neue Bürgerschaft zu wählen. / Foto: Alexander Schmitt

„Ich gehe nachher auch in meinem Wahlbezirk wählen“, sagt die Studentin mit Blick auf den Tag. Sie ist nicht die ganze Zeit hier, denn das Team ist in zwei Schichten eingeteilt und wechselt sich ab. Am Abend kommt Helen aber nochmal zurück: „Ab 18 Uhr zählen wir dann die Stimmen aus.“ Das ist öffentlich und jeder kann dabei zuschauen.

„Ich finde, das ist gut für die Demokratie.“

Die Wahlhelferin macht das nicht zum ersten Mal. Schon bei der Europa- und Bezirkswahl im Mai letzten Jahres sowie bei der Bundestagswahl 2017 hat sie diesen Job gemacht. Und warum? „Weil es Spaß macht und weil es cool ist. Ich finde, das ist gut für die Demokratie. Es ist einfach zu machen und dafür gebe ich gerne meine Zeit“, sagt die junge Frau, die auch in ihrem Studium mit Politik zu tun hat.

Die Wahlhelfenden Simon Meyer und Judith Dehn geben in einem Wahllokal in Hamburg-Hamm Stimmhefte aus. Im Hintergrund ist die Wahlleiterin Helen Holldorb. / Foto: Alexander Schmitt

Sie studiert Interdisziplinäre Public und Nonprofit Studies im Master an der Uni Hamburg. Dort hat sie auch Judith Dehn kennengelernt. Die 23-jährige ist Teil des Teams von Helen und teilt zusammen mit Simon Meyer die Stimmzettel aus. „Helen hat erzählt, dass sie hier hilft und ich finde das toll“, sagt sie selbstbewusst. Sie findet es wichtig, dass Deutschland eine funktionierende Demokratie hat und appelliert, dass wir es wertschätzen sollten, wählen zu können.

Judith bringt es auf den Punkt: „Ich finde es einfach wichtig wählen zu gehen. Wir sollten diese Möglichkeit wahrnehmen.“ Sie sagt, man solle diese Gelegenheit nutzen, um einen Einfluss auf die Politik auszuüben. „Gerade in Hamburg kennt man vielleicht sogar den ein oder anderen auf der Liste und dann sollte man diese Person auch unterstützen, damit die eigene Meinung nachher in der Politik vertreten ist.“

 

Die Wahllokale sind heute noch bis 18 Uhr geöffnet. Die aktuellen Hochrechnungen zur Wahlbeteiligung liegen um 14 Uhr bei 46,4% (inklusive 20,8% Briefwahlbeteiligung).

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