Fruchtfleisch: Haben Print-Schülerzeitungen noch eine Zukunft?

Zum zehnten Mal wurden im Bundesrat die besten Schülerzeitungen Deutschlands ausgezeichnet. Der Schülerzeitungswettbewerb der Länder prämiert Schülerzeitungen, die durch besonders innovative, kritische oder bewegende Beiträge überzeugen konnten. Auch das Layout und die Gestaltung des Hefts werden nicht außer acht gelassen. Doch haben Print-Schülerzeitungen in der Form noch eine Zukunft? Oder wird bald statt auf Papier nur noch auf Tablet-Bildschirmen gelesen? Die Laudatoren des diesjähren SZDWL haben auf diese Frage geantwortet und machen den Print-Liebenden Hoffnung: 

Stephan-Andreas Casdorff I 60 I Köln I Chefredakteur des Tagesspiegel

Nach dem Riepelschen Gesetz von 1913 ist alles, was neu in der Medienbranche hinzu kommt nicht substituierend, sondern kumulativ. Heißt, selbst wenn es nicht mehr ganz so neu ist, wird das Internet die gedruckte Zeitung auf absehbare Zeit nicht ersetzen. Ganz wichtig: Dadurch, dass Print immer wieder seine Innovationskraft beweist, ist die Chance gut, dass es weiter geht.

 

 

Nikola John I 48 I Leipzig I Pressereferentin der EU-Kommission

Ich glaube, dass Print-Schülerzeitungen weiter leben werden. Es wird also eine Printausgabe und eine Website geben, sodass beides parallel laufen wird. Die Schülerinnen und Schüler werden aber die Inhalte zusätzlich noch auf Social Media verarbeiten.

 

 

 

Lukas Kaiser I 40 I Fulda I Joachim Herz-Stiftung

Ich denke, dass Printmedien vor allem im Schülerzeitungsbereich eine große Zukunft haben, weil es ein gutes Gefühl ist, etwas in der Hand zu haben. Gleichwohl wird digital immer größer, weswegen man auch einen eigenen Digitalpreis einrichten sollte. Print wird nicht verschwinden und soll auch nicht verschwinden.

 

 

Lilian Emonds I 31 I Aachen I Otto Brenner-Stiftung

Ich denke, dass Print im Schülerzeitungsbereich genauso eine Zukunft hat wie allgemein im journalistischen Bereich, weil es sicher weiterhin ein Publikum für Printprodukte geben wird. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es gerade auch auf Schulhöfen eine spannende Sache für die Schülerinnen und Schüler ist, wenn sie die Schülerzeitung in der Hand halten und rumgeben können. Auch für Eltern, die vielleicht noch nicht so digitalaffin sind, hat Print einen ganz anderen Stellenwert.

 

 

Dietmar Wolff I 56 I Olpe I Bund Deutscher Zeitungsverleger

Ich gehe fest davon aus, dass die Print-Schülerzeitung auch noch in Zukunft eine Berechtigung hat und nicht alle auf digitale Produkte umsteigen. Beide Produkte werden lange nebeneinander herlaufen. Ich glaube, dass beides seine Vorteile hat, sowohl Print als auch Digital. Natürlich wächst die aktuelle Generation mit den digitalen Produkten auf und sozialisiert sich mit diesen. Das heißt aber nicht, dass das Gedruckte völlig ausgeblendet wird und das gilt meiner Ansicht auch für Schülerzeitungen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Menü