Der Kampf der Frauen

Ob in der fiktiven Literatur oder in den Geschichtsbüchern – Frauen treten nicht häufig als Kämpferinnen auf. Doch gibt es historische Beispiele für starke Frauen, die sich in Kriegs- und Friedenszeiten einsetzen. Unsere Redakteurin Lilith untersucht, wie sich die Frauenrolle im Militär gewandelt hat.

 

Bogenspannerin aus Bronze auf der Berliner Museumsinsel. Foto: Johannes Kolb

Mit hocherhobenem Schwert reitet der Krieger auf seinem gepanzerten Pferd. Mutig stürzt er sich in den Kampf. Es dauert nicht lange, da trifft ein unerwartet anfliegender Pfeil das Pferd, es bäumt sich auf. Der Krieger fällt. Unter dem Helm, der beim Sturz zu Boden fällt, kommt ein Frauengesicht zum Vorschein, es ist Johanna von Orléans.

Johanna von Orléans, auch als Jeanne d’Arc bekannt, ist nicht die einzige weibliche Persönlichkeit, die es in Geschichtsbücher und schließlich auch auf die Leinwand geschafft hat. Die britische Heerführerin Boudicca, die bereits in den frühen Jahren der römischen Besetzung Englands weibliche Stärke bewies, ist ein weiteres Beispiel. Dennoch ist die Anzahl von Kriegerinnen gemessen an den vielen männlichen Helden und Heerführern verschwindend gering. Diese Realität spiegelt sich auch in der Unterhaltungsliteratur wider. Sowohl in historischen Werken, wie auch in aktuellen Soap Storys werden die weiblichen Charaktere häufig als diejenigen dargestellt, die Gift und andere unkörperliche Mittel als Waffen nutzen. Die Männer greifen zum Racheüben stattdessen gleich zu ihren Fäusten.

Auch Frauen konnten durch Kämpfe berühmt werden

Dabei konnten Frauen schon immer gut ihre Fäuste ballen. So kümmerten sie sich in Kriegszeiten um die Kinder, übernahmen die Arbeitsstellen ihrer Männer und pflegten Verwundete. Aber nicht nur im Hintergrund ermöglichten Frauen den Erhalt des Kriegszustands. So standen sie bereits zu Zeiten der französischen Revolution mit auf den Straßen. Marie Antoinette drückte im Schloss fast noch weniger Mitgefühl aus als die männlichen Köpfe dieser Zeit und hinter den Kanonen zeigten auch Frauen keine Skrupel. Am 5. Oktober 1789 verzichteten sie sogar gänzlich auf männlichen Schutz und zogen gemeinschaftlich nach Versailles, um Ludwig XIV aus seinem Schloss in die Mitte des Geschehens, nach Paris zu nehmen.

In anderen Ländern wie beispielsweise in China sind Frauen bereits seit langer Zeit aktiver Teil der Streitkräfte. Ihr Dienst an der Waffe ist seit der Revolution 1911 belegt. Inzwischen haben neben China neun Länder die Wehrpflicht für beide Geschlechter verpflichtend eingeführt. Darunter sind Israel, Bolivien, der Tschad und Sudan. Was dabei aber nicht geleugnet werden kann: Auch wenn Frauen Seite an Seite mit Männern kämpften, waren das Militär und Aufstände stets männerdominiert. Aus dem männlichen Schatten traten Frauen damals kaum heraus.

Die Frau – das harmonieschaffende Wesen unserer Gesellschaft

Gesellschaftlich werden Frauen aber dennoch mehrheitlich als die Ausgeglicheneren angesehen. Unsere Rollenbilder beschreiben sie als das sanftere, ruhigere Geschlecht. 2011 wurde in einer Umfrage der Rheinischen Post mehrheitlich angegeben, dass Frauen in der Chefrolle als die Emphatischeren gelten, die im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen mehr loben als zu harter Kritik zu greifen. Auch in der wissenschaftlichen Matriarchatstheorie wird das Patriarchat weitgehend für moralische und psychologischen Haltungen und Zwänge verantwortlich gemacht, während das Matriarchat positiv als utopischer Urzustand der Gesellschaft angesehen wird.

Neueste Technik stellt physische Unterschiede in den Hintergrund

Der große Vorteil der körperlichen Stärke, die Männer auf dem Schlachtfeld „nützlicher“ macht, schrumpft. Seit ausgeklügelte Waffensysteme auf dem Vormarsch sind, können Frauen besser mit den männlichen Kollegen mithalten. Die Bedienung von Waffen und auch zunehmend die Steuerung von Drohnen kann ganz unabhängig des Geschlechts erfolgen. In immer mehr Ländern werden auch Frauen für den Militärdienst zugelassen. Dieser Akt ist ein Beispiel für die Gleichbehandlung der Geschlechter.

Die Rolle der Frau ohne Kriege?

Doch Kriege führten nicht nur zur Abhärtung von Frauen und zu Perioden der Doppelbelastung. Auch in Friedenszeiten, die den verheerenden Großereignissen folgten, konnten sie oftmals eine ganz neue Position in der Gesellschaft einnehmen. Emanzipationsbewegungen stützten sich beispielsweise nicht selten auf die von Frauen geleisteten Arbeiten während der kritischen Zeiten. Umso schöner jedoch scheint es, wenn Frauen auch in Phasen des Friedens ihre Stärke bewahren können. Ganz im Sinne der „Youth for Peace“-Konferenz in Berlin sind Frauen heute auch weltweite Friedensbotschafterinnen.

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