Wie viel Tier steckt in dir?

Wie viele Gedanken machst du dir über das Fleisch, das auf deinen Teller kommt? Was wärst du bereit zu tun, um Massentierhaltung zurückzudrängen? Was könnte die EU dafür tun?

Umsatzsteuer auf Fleisch anhaben – das war ein Vorschlag der Schülerinnen und Schüler zur Reduzierung des Fleischkonsums. Foto: Skender Berisha

 

Über diese und weitere Fragen haben sich die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Europäischen Jugendforums in Saarbrücken den Kopf zerbrochen. Die Teilnehmenden aus vielen Regionen des Saarlandes, die sich im Rahmen beim #EPjugendforum in einem Ausschuss zum Thema Ernährung zusammengefunden haben, konzentrierten sich in ihren Debatten hauptsächlich auf die Probleme des hohen Fleischverbrauches und der damit verbundenen Klimaschädigung. Die grundlegenden Ideen waren hierbei die Kontrolle und Besteuerung von Stickstoffüberschüssen und die Erhöhung der Umsatzsteuer für Fleisch.

Um genügend Pflanzen zur Futtermittelherstellung für Massentierhaltungen ernten zu können, muss sehr viel gedüngt werden. Stickstoff wird in der Landwirtschaft häufig als Düngemittel verwendet, jedoch wird oft mehr gedüngt, als die Pflanzen aufnehmen können. Das führt zu einem Stickstoffüberschuss auf der Erde. Dieser Stickstoff findet sich als Nitrat im Grundwasser und in Oberflächengewässern – das Wasser wird also mit Nährstoffen überversorgt und das Pflanzen- und Algenwachstum wird gefördert. Hierdurch wird unser Wasser nach und nach immer weiter verschmutzt.

Strengere Kontrollen und höhere Steuern

Der Lösungsvorschlag der Schülerinnen und Schüler zu diesem Problem war die Einführung von strengeren Kontrollen und Strafen in Form von Gebühren bei Stickstoffüberschüssen, denn durch diese Maßnahmen könnte die Klimaschädigung durch Überdüngung eingedämmt werden.

Hoher Fleischkonsum fördert Massentierhaltung

Würde man eine Umfrage in einer beliebigen deutschen Stadt durchführen, so würde voraussichtlich die Mehrheit der Menschen sagen, dass sie gegen Massentierhaltung sind. Leider ist es aufgrund des hohen Fleischkonsums nicht möglich, der Nachfrage ohne Massentierhaltung nachzukommen.

Ein auch für die Jugendlichen naheliegender Lösungsansatz hierzu ist es, den Fleischkonsum einzudämmen. Eine konkrete Maßnahme wäre, die ermäßigte Umsatzsteuer (aktuell 7 Prozent in Deutschland) nach und nach zu erhöhen, eventuell sogar bis zum Prozentsatz der normalen Umsatzsteuer (19 Prozent). Dadurch erhoffen sich die Schülerinnen und Schüler einen Rückgang des Fleischkonsums. Bei diesem Thema waren sie sich jedoch noch sehr unsicher, da sich viele Menschen bei einer Erhöhung des Kaufpreises nicht unbedingt davon abhalten lassen, die gleiche Menge an Fleisch zu konsumieren wie vorher.

Eine weniger radikale, aber längerfristige Lösung wäre, mehr Aufklärungsarbeit in Schulen oder über Social Media zur Herkunft von Fleisch oder den Haltungsarten von Tieren zu leisten.

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