Freiheit, wo bist du?

„Looking for Freedom“ – so lautete das Motto der „Offenen Kulturbühne“, mit der der erste Tag der Eine-Welt-Landeskonferenz geendet hat. Redakteur Simon Möschle war da, hat Gitarrenklängen gelauscht und über sarkastische Witze gelacht.

Musik, Comedy, Poetry – das Programm der Offenen Kulturbühne war abwechslungsreich. Hier spielt gerade Julian Wallisch alias Andas / Bild: Erik-Holm Langhof

 

Einen bunten Abend voller Slam-Texte und Musik – das versprechen die Moderatorin Hannah Fischer und der Moderator Emmanuel Peterson dem Publikum am Beginn der Veranstaltung. Punkt 20 Uhr gibt es im „Römerkeller“ des Gustav-Stresemann-Instituts jedoch noch viele fragende Blicke. Wo sind bloß die Künstlerinnen und Künstler?

Sie kommen – allerdings mit mehreren Minuten Verspätung. Wer jetzt am falschen Platz sitzt, hat schlechte Karten: Denn zu sehen sind die Comedians, Musizierenden und Slammerinnen und Slammer in dem gut besuchten Keller zum Teil nur schwer. Dafür bekommen die Zuschauerinnen und Zuschauer ein abwechslungsreiches Programm zu hören. Insgesamt neun Darbietungen beleuchten die Themen Interkulturalität, Toleranz und Weltoffenheit aus verschiedenen Perspektiven. Gitarrenmusik und Gesang, Comedy und Poetry-Slam wechseln sich ab.

Vielfalt auch in der Musik

Nachdenkliches liefert der Culture Slam Bonn. Der Poetry Slam-Verein des Netzwerks politik|atelier wird von Menschen aus verschiedenen Kulturen gebildet, die selbst noch keine Bühnenerfahrung haben. Innerhalb weniger Tage schreiben sie Texte und lernen, wie man sich auf der Bühne präsentiert. Dieser relativ spontane Ansatz zahlt sich aus. So präsentiert Slammer Pasqual die Misststände zwischen Arm und Reich ebenso kritisch wie witzig:
„Ich komme aus dem globalen Süden“, sagt er und bringt damit das Publikum zum Lachen. Auch Luise Skupch und Julian Wallisch alias Andas, zwei der Gewinnerinnen und Gewinner des „Eine Welt Song Contest“ der Engagement Global, präsentieren auf der Bühne ihre Songs. Ihre Musik ist, das kann man wohl sagen, so vielfältig wie unsere Welt. Julian wechselt in seinem Song „No Hero“ zwischen den Sprachen Deutsch, Spanisch und Englisch hin und her. Das Tempo variiert er dabei, nutzt mal schnellen Rap, mal langsamen Gesang.

Am Ende des Auftritts gibt Luise den Zuschauenden noch ein Kompliment mit auf den Weg: „Alle Menschen sind schön! Es gibt viel Kritik, aber jeder hat doch eine tolle Idee, die viel zu wenig wertgeschätzt wird.“ Nach rund neunzig Minuten ist es mit dem offiziellen Abendprogramm vorbei. Nun können die Teilnehmenden sich unters Publikum mischen und den Abend an der Bar ausklingen lassen.

Fazit

Die „Offene Kulturbühne“ hat den Zuschauerinnen und Zuschauern ein unterhaltsames Programm geboten. Ungewöhnlich, aber gerade dadurch spannend, waren die Künstlerinnen und Künstlern, die noch kaum Bühnenerfahrung hatten.
Trotzdem lief nicht alles an dem Kulturabend reibungslos ab. Vielleicht sollten sich die Veranstalterinnen und Veranstalter in Zukunft um eine andere Location bemühen. Diverse Säulen machen dem Namen des „Römerkellers“ zwar alle Ehre, erschweren aber leider auch den Blick auf die Bühne. Auch die Programmkoordination könnte stellenweise geschmeidiger ablaufen.
Kleine Schönheitsfehler wie diese sind aber verzeihlich. Immerhin fand die „Offene Kulturbühne“ in dieser Form zum ersten Mal statt. Eine Neuauflage würde sich definitiv lohnen.
Vielleicht finden die Künstlerinnen und Künstler ja dann auch die Freiheit, die sie suchen…

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