Gesellschaftliches Engagement: Was gibt’s für Möglichkeiten?

#KJD17

Engagieren möchte sich viele. Aber wo geht das eigentlich? Für alle Motivierten, aber noch Unwissenden oder Unentschlossenen, haben wir eine Liste an Möglichkeiten erstellt – von der Partei bis zur Petition. Ein Überblick von Marlene Resch.

Arten, sich zu engagieren, gibt’s viele / Foto: politikorange

Partei

Ein Klassiker des politischen Engagements, der mittlerweile etwas an Popularität verloren hat, ist die Mitgliedschaft in einer Partei. Mag nach Plakate aufhängen und langweiligen Sitzungen klingen, kann aber auch viel mehr sein – findet zumindest Kongressteilnehmer Philip Schönfeld: „Da sind vorhandene Strukturen, legitime Strukturen, und da kann man sich dann auch als junger Mensch gut einbringen. Demokratie lebt von Beteiligung“. Außerdem ist die Mitgliedschaft in einer Partei wohl der direkteste Weg, um Politik mitzugestalten und deine Meinung in die politischen Gremien deiner Kommune/deines Landes/deines Staates zu tragen. Alternativen sind auch die jeweiligen Jungparteien oder die Parteien an der Hochschule. Oder natürlich, man gründet seine eigene Partei. Das hat jedenfalls Kongressteilnehmer Philipp Oster vor, wenn er bald nach Berlin zieht.

Internationale NGOs:

Du hast sie bestimmt schon einmal gesehen: Aktivistinnen und Aktivisten, die in der Einkaufsstraße für eine Nichtregierungsorganisation werben. Sie verteilen Flyer, organisieren Flashmobs und kümmern sich darum, eine Öffentlichkeit zu schaffen und Spenden zu sammeln. Einige der populärsten Beispiele sind hier zum Beispiel Amnesty International, Unicef und Greenpeace. Das Schöne ist: Oft organisieren und vernetzen sich diese Organisationen in Hochschul- und/oder Regionalgruppen – du findest sie also gegebenfalls gleich vor Ort!

Initiativen

Initiativen gibt es wie Sand am Meer und so ziemlich alles kann sich dahinter verbergen. Ein Beispiel sind
Bildungsinitiativen: „Bildung ist ein Schlüssel“ heißt es oft. Und deshalb setzen einige Initiativen genau dort an: machen Aufklärungsarbeit, Workshops und Unterrichtseinheiten an Schulen, um über bestimmte Themen zu berichten und disktutieren. Ein bestimmtes Thema ist genau dein Steckenpferd? Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auch? Dann könnte das das Richtige für dich sein. Auch Jan Puensing vom Kongress junger Demokrat_Innen engagiert sich in einer Bildungsinitiative gegen Homophobie in Sportvereinen und meint: „Bildung ist gut, um mit Leuten ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und miteinander und voneinander zu lernen.“

Interkulturelle Initiativen

Kongressteilnehmerin Nina Mey weiß genau, warum sie gerne im interkulturellen Kontext arbeitet: „Ich liebe Kommunikation und überkulturelles Arbeiten, wo es unwichtig ist, dass man unterschiedlich ist. Jeder soll sich wohlfühlen. Nationalität und Sprache sind da egal.“ Gerade seit der Flüchtlingskrise sind viele Migrantinnen und Migranten nach Deutschland gekommen, denen der Zugang zum Sozialleben und zur deutschen Sprache fehlt. Mittlerweile gibt es in vielen Städten interkulturelle Initiativen: Hilfe in den Wohnheimen,  Deutschnachhilfe, SprachCafés und vieles mehr. Letztere stehen übrigens nicht nur den Zugezogenen offen: Wer Arabisch, Persisch oder andere Sprachen lernen möchte, wird hier nicht selten fündig.

Religiöses Engagement:

Kirchen, Moscheen, Synagogen und religiöse Vereine suchen händeringend nach jungen Unterstützerinnen und Unterstützern. Ob Kinderausflüge, Gemeindefest oder Mitgestaltung des Gottesdienstes – die Aufgaben sind vielfältig, doch die Message meist einfach: Man will gemeinsam füreinander da sein und Gutes tun. Das gilt auch für Urs Abelein, der sich im Verein chrsitlicher jungen Menschen engagiert: „Natürlich wollen wir in gewisser Hinsicht christliche Werte vermitteln, aber bei uns sind Menschen jeder Religion willkommen.“

Stiftungen:

Zu jeder Partei gibt es sie: eine parteinahe Stiftung, die versucht, eine Brücke zwischen Bürgern und Politik zu schlagen, eine Dialogplattform zu sein und die Demokratie zu fördern. Hier kannst du nicht nur an Veranstaltungen und Seminaren teilnehmen und sie mitgestalten, sondern auch selbst durch ein Studienstipendium gefördert werden. Eine Übersicht der verschiedenen politischen Stiftungen gibt’s hier.

Gewerkschaftliches Engagement:

Wer überparteilich aktiv werden möchte, kann sich in einer Gewerkschaft engagieren. Kongressteilnehmerin Maja Wieland findet: „Mit Dingen wie unserer jetzigen Wahlkampagne hat man praktische Komponenten. Und außerdem komme ich so nicht nur mit Studis in Kontakt, sondern auch mit Auszubildenden.“

Verein:

Ob der lokale Fußballverein, der Schachclub oder die Freiwillige Feuerwehr: Vereinsarbeit verbindet, schafft Netzwerke und hat dabei einen demokratischen Charakter. Das weiß auch Niklas, der in seinem Fußballverein Kinder trainiert und Mitbestimmung bei seinem Engagement ganz groß schreibt.

Kulturprojekte und Eventreihen:

Politik bedeutet vor allem, ins Gespräch miteinander zu kommen. Und das passiert am besten bei Veranstaltungen wie Kulturevents, Kongressen und Konferenzen. Deswegen gibt es eine Vielzahl an Eventreihen, wie zum Beispiel „Köln spricht!“ die immer nach fleißigen Helferinnen und Helfern Ausschau halten und sich gerne noch auf andere Städte ausbreiten wollen, wie Sarah auf dem Kongress der Demokraten und Demokratinnen erzählt. Eventmanagement ist voll dein Ding? Dann leg‘ los!

Natürlich gibt es nicht nur Veranstaltungen zu Kunst und Kultur: Die Kunst selbst, Theater, Filme und Poesie, all das kann politisch sein. Das ist natürlich nicht jedermans Sache, aber wer Kreativität und Muße besitzt, kann auch mit solchen Ausdrucksformen politisch aktiv werden.

Mediales Engagement:

Politik und Diskurs findet heutzutage auch online statt. Ob über Facebook, Youtube oder Twitter: Hier kannst du deine Meinung publik machen, Inhalte teilen, Petitionen unterstützen – oder mit einem eigenen Song auf Youtube politisch werden: Robin C. Jäger hat beispielsweise seine Aufforderung zum Wählen gehen in einem Song verpackt – und ihn auf dem Kongress junger Demokrat_Innen präsentiert!

Demonstrationen:

Hier kannst du mal richtig laut werden. Einen Anlass, um auf die Straße gehen, gibt es so gut wie immer – und zum Glück auch tolle Menschen, die Demos in jeglichen Städten organisieren. Ob durch Plakate, Flyer oder via Facebook, die Ankündigung einer Demo wird dich sicher ereichen. Dann musst du nur noch eins: mitlaufen, mitgrölen, politisch sein. Mit Gleichgesinnten durch die Straßen zu laufen und dem Ärger Platz zu schaffen, kann sich verdammt gut anfühlen. Dich stört etwas so richtig? Dann kannst du die Organisation einer Demo sogar selbst in die Hand nehmen. Hierbei aber wichtig: Melde dich vorher bei der Stadt an!

Sicher gibt es noch viel mehr Möglichkeiten, sich sinnvoll einzubringen. Der einfache Grundsatz lautet deshalb: Deiner Kreativität und deinem Tatendrang sind keine Grenzen gesetzt. Du hast eine einzigartige Idee? Dann setz‘ sie um! Manche Dinge muss man selbst in die Hand nehmen.

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