Politische Themen im Rampenlicht

#JPT17

Manche greifen ans Mikro, andere nehmen den Stift in die Hand. Auf der Bühne, auf der Straße oder in den eigenen vier Wänden, Kunst hat keine Grenzen. Viele Jugendliche sind künstlerisch aktiv und verbinden sogar Kunst mit Politik: Und sie kreieren Erstaunliches. politikorange berichtet über junge Menschen auf den #JPT17, die sich kreativ-politisch ausdrücken.

Politik und Theater: Bei den #JPT17 rücke die künstlerische Partizipation ins Rampenlicht.  Foto: Anna Rakhmanko

„Alles wird neu und noch besser“ – so lautet das Motto von Theater X, einer Theatergruppe bestehend aus Berliner Jugendlichen, die seit 2008 existiert. Der Name ist abgeleitet von Malcolm X, ein berühmter US-Bürgerrechtler aus den sechziger Jahren. Und genauso wie er scheuen sich die Schauspielerinnen und Schauspieler nicht davor, offen über politische Themen vor vielen Menschen zu sprechen.

Gegründet von der Initiative Grenzen-los! e.V., verfolgt das Theater-Team das Ziel, politische Bildungsarbeit zu leisten. Gerade für People of Color ist das Theater X entstanden. Es soll ihnen ermöglichen, sich kreativ zu entfalten und soziale Themen wie Rassismus auf der Bühne darzustellen.

Viel Raum für Poesie, Geschichten und Stand-Up Comedy

Temye Tesfu ist ein leidenschaftlicher Poet. Zusammen mit anderen kreativen Köpfen gründete er im Februar 2017 die Lesebühnenshow ‚parallelgesellschaft’, die jeden Monat im Keller in Neukölln stattfindet. Hier treten viele Talente auf, von Poetry und Musik bis hin zu Stand-Up Comedy. Es wird gesungen, gereimt und über verschiedene politische Themen erzählt, die insbesondere Jugendliche betreffen. Humorvoll und künstlerisch beweisen sie sich auch auf ihrer Facebook-Seite. Dort posten sie unter anderem auch Beiträge, wie beispielsweise Comic-Videos, die lustig sind und gleichzeitig die Menschen zum Nachdenken bringen.

Spuck auf Rechts – Rap als Kunstform

Auch der Berliner Künstler Gigo Flow hält oft das Mikrofon in der Hand und rappt über Politik und die Jugend. Dabei waren seine Texte nicht immer politisch orientiert. Zunächst habe er sich von anderen Rapperinnen und Rappern inspirieren lassen, so Gigo Flow. Dann entschied er sich, ebenfalls zu rappen. Politik wurde aber erst nach einigen Jahren der Fokus seiner Songs.

Auf YouTube startete er 2012 eine Serie mit dem Namen ‚Spuck auf Rechts’. Hier kommen verschiedene Rapperinnen und Rapper zu Wort und reimen über Rechtsextremismus. Die Idee für das Projekt kam Gigo Flow nach den NSU Morden, die in den Jahren 2000 bis 2006 deutschlandweit verübt wurden. Opfer waren Kleinunternehmer mit Migrationshintergrund.

„Viele reden zwar mit, aber keiner geht den Grund suchen“, sagt er auf den JugendPolitikTagen. Ziel sei es, antifaschistischen Widerstand zu leisten und die Probleme in der Gesellschaft direkt anzusprechen.

Nenbenbei arbeitet Gigo Flow auch mit Kindern und Jugendlichen. Er bietet ihnen Rap-Workshops an und schreibt gemeinsam Texte mit ihnen. Er versucht aber auch über die Musik an die Probleme der Kids zu kommen.

Mut zur Kreativität! Aber wie?Die Gewinnerinnen des Kunstwettbewerbs erzählen

Die Jugendpresse Deutschland veranstaltete ein Kunstwettbewerb, bei dem junge Menschen ihre Forderungen an die Gesellschaft und ihre politische Meinung künstlerisch umsetzen durften. Zwei Gewinnerinnen unseres Wettbewerbs besuchten uns am zweiten Tag der JugendPolitikTage und stellten nochmal ihre Werke vor. Lina Erdmann (13) und Christiane Seitz Muñoz (18) haben ihre politische Meinung durch Kunst verbildlicht.

Lina vor ihrer Zeichnung. Foto: Anna Rakhmanko

Linas Werk ist eine Zeichnung von ihr und der EU-Landkarte und stellt ein sehr tiefgründiges Argument dar. Sie erzählt, dass sie damit zeigen möchte, dass jeder Mensch zu der EU gehört und sie bildet.

Die Lübeckerin sagt, dass sie zuerst Bedenken gehabt habe, ob sie mit 13 Jahren im Wettbewerb mithalten könne. Sie sei aber froh und erleichtert, dass sie den Schritt dennoch gewagt habe Lina möchte andere Jugendliche dazu ermutigen, sich ebenfalls kreativ-politisch zu entfalten: „Man muss immer auf das Herz hören und das tun, was man möchte und nicht das, was andere wollen“, so Lina.

Christiane hat mit ihrer Kamera die Stille eingefangen. Foto: Anna Rakhmanko

Als Christiane über den Wettbewerb erfuhr, griff sie sofort nach ihrer Kamera. Sie erzählt, dass der Gedanke hinter ihrem Werk die Probleme der Jugendlichen seien. „Wir sind eine sehr besorgte Jugend“, erklärt sie. „Wir werden früher mit dem Leben konfrontiert als die vorherigen Generationen und haben manchmal psychische Probleme, die nicht ernst genommen werden“. Laut ihr sei alles in dem Moment der Aufnahme ruhig und sorgenlos gewesen – ganz anders als im echten Leben.

Christiane rät Jugendlichen, die sich ebenfalls durch Kunst über politische Themen ausdrücken möchten, keine Angst zu haben: „Die Welt steht uns offen. Ich werde es nicht bereuen, meine politische Meinung auf diese Weise gezeigt zu haben, wenn ich im Sterbebett liege“, so die 18-Jährige.

Sich kreativ-politisch auszudrücken mag nicht für jeden Jugendlichen einfach sein, aber die JungendPolitikTage haben uns belehrt, dass es viele Wege gibt, sich zu entfalten.

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