„Keine Entscheidung für Jugendliche ohne Jugendliche“

Ministerin Manuela Schwesig besuchte am ersten Tag der #JPT17 die Teilnehmenden und hielt eine „freshe“ Rede. Unsere beiden Redakteure Johannes und Alexander hatten die Möglichkeit, zehn Minuten exklusiv mit ihr zu plaudern – Alexander schildert seine Eindrücke nach dem Interview. 

Zur Eröffnung der JugendPolitikTage2017 warten 450 junge Menschen gespannt auf das Interview mit der Familienministerin Manuela Schwesig und wir dürfen es durchführen. Johannes aus der Printredaktion und ich sitzen im Jugendmedienzentrum am Washingtonplatz und sind neugierig auf die Antworten, die uns erwarten. Für Frau Schwesig gehört ein solches Interview zum Tagesgeschäft, aber für uns ist es etwas Neues, einmal eine Bundesministerin zu treffen.

Da kann es schon mal vorkommen, dass nicht alles auf Anhieb klappt. „Ich will mal was ganz Drastisches fragen“, beginnt Frau Schwesig. „Wenn da draußen [gemeint war: außerhalb des Redaktionsraumes, Anm. d. Red.] so viele junge Leute sind, warum sind wir dann hier abgeschlossen im Raum und nicht dort?“ Keine allzu schlechte Frage. Doch die könnte sie sich auch selbst stellen, schließlich hat ihr Ministerium die Planung durchgeführt. Besteht ein Plan, wird dieser auch strikt eingehalten. Schließlich wurde von ihrem Öffentlichkeitsreferat genau festgelegt, welche Person, zu welcher Zeit, an welchem Zentimeter des Raumes stehen soll. Also lenkt Frau Schwesig ein und der wirklich spannende Teil kann beginnen.
Die erste Jugendsünde auf Klassenfahrt: Drei Zigaretten und ein Bier

Während des Interviews bleibt die Ministerin freundlich und gelassen. Ihre Worte wählt sie mit Bedacht, spricht klar und deutlich. So versteht sie auch die jüngere Generation, an die sie sich richtet. An mancher Stelle fehlt es ihr jedoch ein wenig an Glaubhaftigkeit. Zu der Frage, was ihre größte Jugendsünde sei, erzählt sie: „Das war auf der Abschlussfahrt der zehnten Klasse. Da habe ich das erste Mal geraucht, aber gleich drei Zigaretten hintereinander und dazu noch ein Bier getrunken. Danach ging es mir ein bisschen schlecht.“ Das war die größte? Ob wir das glauben können – sicher sind wir nicht. „Seitdem rauche ich auch nicht.“, wirft sie noch eilig hinterher. Im weiteren Verlauf bedient sie sich der klassischen Ministersprache. Was ist denn diese „jugendgerechte Gesellschaft“, von der sie gern spricht? Jung und Alt sollten sich verstehen statt sich misszuverstehen und mehr aufeinander zugehen, meint sie. Nach einem wirklich neuen Masterplan klingt das noch nicht.

Von den Antworten hätte ich mir mehr erwartet – haben sie lediglich noch einmal leicht verändert und besser verständlich wiedergegeben, was auch im Kinder- und Jugendbericht steht. Nun sind die Teilnehmenden gefordert, Schwesigs Aussagen mit Inhalten zu füllen.

Dennoch ist es vor allem gut und wichtig, dass die Ministerin nun die jungen Menschen in ihre Arbeit auch direkt einbinden will. Von ihren Antworten mag man halten was man will, die Ministerin weiß aber wo sie mit ihren Plänen hinmöchte. Frau Schwesig hat eine genaue Vorstellung, wie ihre jugendgerechte Gesellschaft aussehen soll und baut dabei fest auf die Zusammenarbeit mit den Menschen, die dafür relevant sind – auf die Jugendlichen. Bleibt zu hoffen, dass die Forderungen dieser #JPT17 auch direkt als Arbeitsgrundlage im Ministerium verwendet werden. Außerdem ist es wichtig, dass die Ministerin oder eine Nachfolgerin bzw. ein Nachfolger nach der unberechenbaren Bundestagswahl in diesem Herbst auch diese Idee weiter ausbauen.

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