Leerstand feiern

Leerstehende Gebäude als Chance nutzen? Vier Teilnehmende des 10. Jugendforums Stadtentwicklung haben sich zusammen mit Christian Thomas vom Görlitzer Verein Second Attempt damit auseinandergesetzt, wie man mit Leerstand umgehen soll und welche Möglichkeiten es gibt.

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Verlassen und verfallen: Nur wenige erkennen das Potential in Leerständen und nutzen es, sodass immer mehr Gebäude zerfallen.

Egal ob Bahnhof, eine alte Fabrik oder Wohnhäuser: In jeder Stadt gibt es Leerstände.
Meist beschränkt sich die Wahrnehmung auf negative Adjektive wie „hässlich“ oder „verlassen“ und kaum jemand sieht im Leerstand etwas Positives.
Christian Thomas aus Görlitz ist einer dieser Wenigen. „Leerstand bietet viel Potential“, macht er schon in der Vorstellungsrunde am ersten Abend beim Jugendforum Stadtentwicklung in Berlin klar und nennt Leerstand als Stärke seiner Stadt.

Was kann man aus Leerständen machen?

Ob Kunsthaus, Jugendzentrum oder Veranstaltungsraum für Konzerte – die Möglichkeiten, die Leerstand bietet, sind unglaublich vielfältig. Ein Teilnehmer des Workshops führt an, dass die neue Nutzung unabhängig von der bisherigen sein kann. Ein Gedanke, der neue Ideen hervorbringt. Die Jugendlichen schlagen vor, mit Schulen und Universitäten zu kooperieren und mit Projekten und Ausstellungen leerstehende Gebäude zu beleben. Pilotprojekte könnten den Anstoß für eine veränderte Wahrnehmung von Leerstand geben.

Wie soll man so ein Projekt angehen?

Das Problem bei der Umsetzung solcher städtebaulichen Projekte ist oftmals, dass Jugendliche zwar eine Idee haben, meistens jedoch wenig Ahnung, wie sie ein solches Projekt angehen sollen. Und wenn sie das wissen, scheitern Projekte oft daran, dass Städte die Jugendlichen nicht ernst nehmen.

Aus diesem Grund haben die Teilnehmenden des Workshops die Idee, eine interaktive Website ins Leben zu rufen. Auf der Website sollen nicht nur Pilotprojekte vorgestellt werden, es soll darüber hinaus eine Blogfunktion geben und einen “Leerstandsmelder”. Außerdem soll auf diese Weise der Kontakt zu Expertinnen und Experten ermöglicht werden, sodass sich Interessierte bei speziellen Fragen entweder in einem Forum informieren oder direkt an die jeweiligen Personen wenden können.
Die Teilnehmenden planen zusätzlich Tipps und ein FAQ auf der Seite ein und wollen rechtliche Hilfestellung leisten (ähnlich wie die Freiraumfibel).
Da den Teilnehmenden die liquiden Mittel fehlen, wollen sie die Website zwar in Stand halten und pflegen, aber finanzieren soll sie das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Ob es sich dann um eine komplett eigenständige Website oder ein Register auf der Seite des Ministriums handelt, ist den Jugendlichen erstmal egal, solange es dieses Angebot überhaupt gibt.

Was die Verbreitung der Website angeht, gibt es aber schon konkrete Vorstellungen. Im Idealfall sollen YouTube-Videos erstellt und die Seite zudem über Facebook und private Kontakte bekannt gemacht werden.

Darüber hinaus entsteht die Idee, ein Event zu organisieren: ein Jugendcamp von freitags bis sonntags. Um möglichst viele Interessierte zu erreichen, wäre es ideal, wenn der Standort des Camps jährlich wechselt. Neben einem kulturellen Rahmenprogramm soll es auch Vorträge von Leuten geben, die schon ähnliche Projekte gemacht haben. Um die Gemeinschaft zu stärken, könnte es Arbeitsgruppen zur Dokumentation und der Essenzubereitung geben.

Eine andere Idee, die in dem Workshop aufkommt, ist, den „Tag des Leerstandes“ zu feiern. An diesem Tag können Interessierte Ideen entwickeln, was man aus leerstehenden Objekten machen könnte. Die Organisierenden entwickeln daraus dann konkrete Vorschläge und sollen auch schon vorher mit der Stadtverwaltung in Verbindung treten, um leerstehende Gebäude aufzusuchen.

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