Nur noch kurz die Welt retten

200 junge Menschen mit verschiedenen Ideen und vielfältigem Engagement diskutieren momentan in Bonn über die Zukunft der Welt und der Vereinten Nationen. Das Ziel: Die Welt retten! Oder zumindest ein bisschen besser machen. Zwei von ihnen sind Ida Mayenberg, 21 und Studentin der Staatswissenschaften in Passau und der 18-jährige Abiturient Niklas Huppmann aus München. Helene Fuchs und Lisa Pausch haben die beiden zum Kaffee getroffen.

Ida und Niklas trinken Kaffee mit den Autorinnen

Ida (2 v.l.) und Niklas (r.) erzählen von ihren Visionen. Foto: Charles Lother

Seid ihr Weltverbessernde?

Niklas: Kein Welt-, aber ein Communityverbesserer, indem ich ein soziales Projekt für die Anden und den Himalaya gegründet habe. Ich glaube, wenn man durch simple Initiative die Kultur vor Ort erhalten kann, verbessert man die Welt zumindest im Kleinen.

Ida: Ich bin eine realistische Idealistin, im Herzen also ja, aber ich bin auch ein bisschen pessimistisch.

Warum?

Ida: Ich glaube, das kommt daher, dass wir als junge Generation viel mehr Möglichkeiten haben zu reisen. Dadurch sehen wir viel mehr Ungerechtigkeit in der Welt, die geändert werden muss.

Niklas: Ich sehe es sogar noch ein bisschen krasser: Unsere privilegierte Situation verpflichtet uns dazu, die Welt positiver zu gestalten und für andere Leute zu sorgen.

Und wie genau stellt ihr das an?

Niklas: Ich habe in München die NGO Shades of Love mitgegründet, zusätzlich engagiere ich mich bei Model United Nations. Dort diskutieren wir mit interessierten Leuten über weltpolitische Themen. Ich glaube, dieser Austausch ist wichtig, um erfolgreich die Welt zu verbessern.

Ida: Mein Engagement ist weniger konkret. Ich habe während meines Freiwilligendienstes bei einer NGO für Menschenrechte in Bulgarien gearbeitet, momentan rede ich viel über Themen wie Gendergerechtigkeit und LGBTIQ. Ich glaube, ich verbessere die Welt, indem ich versuche, mein Umfeld zu beeinflussen. Ich beginne Diskussionen und zwinge Menschen dazu, sich immer wieder selbst zu hinterfragen.

Welche Rolle spielt dabei die YouthCon?

Niklas: In erster Linie bietet diese Konferenz natürlich eine riesige Plattform. Und neben dem Austausch haben wir hier auch Spaß. Ich glaube, wenn man einen gewissen Spaß für solche politischen Themen entwickeln kann, führt es dazu, dass man sich intensiver und langfristiger damit beschäftigt. Das ist eigentlich das Wichtigste: Dass man kontinuierlich sein Leben lang mit neuen Entwicklungen in Kontakt bleibt.

Ida: Hier lernt man auch unglaublich viel. Die UN war in meinem Kopf immer eine riesige, perfekte Blase und ich wollte diese Blase verlieren. Deshalb wollte ich her, um zu sehen, was wirklich dahinter steckt: Wie konkret kann die UN tatsächlich agieren? Solche Fragen beschäftigen mich. Und hier dann Menschen zu treffen, die mit 18 Jahren NGOs gründen, zeigt mir auch: Man soll sich nicht aufhalten lassen von Leuten, die sagen: „Komm mal auf den Boden!“ Nein, mann!

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