Drei Statements von Hanna Gunnarsson

#up2youth

Die Feministin Hanna Gunnarsson engagiert sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter. Auf der YouthCon spricht sie darüber welche Rolle gender im internationalen Entscheidungsprozess spielen sollte. Christina Braun fragt nach.

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Christina Braun unterhält sich mit der Genderexpertin auf der YouthCon 2016. Foto: Charles Lother

Hanna Gunnarsson ist bekennende Feministin und setzt sich mit ihrer Arbeit für die Organisation Women Engage for a Common Future (WECF) für mehr Gleichberechtigung ein.  Als Junior Gender Expert gibt die Schwedin unter anderem Gender-Trainings und wirkt an verschiedenen Projekten für eine nachhaltigere und gerechtere Zukunft mit. Dabei geht es vor allem darum, die von den Vereinten Nationen beschlossenen Ziele nachhaltiger Entwicklung, die Sustainable Developement Goals (SDGs) im Sinne von Geschlechtergleichberechtigung weltweit umzusetzen. Gesundheit und nachhaltige Energie, sauberes Wasser und Artenvielfalt – alles vor dem Hintergrund von Gleichberechtigung von Mann und Frau. Zum Auftakt der Jugendkonferenz der DGVN erklärt Gunnarsson in ihrem Lightning Talk (Key Note), wie wichtig ihr das Thema ist: „We  can all work to make gender equality sexy!“. Die gebürtige Schwedin ist nun nach München gezogen und möchte von dort aus mehr bewegen.

Das Interview wurde von Christina Braun aus dem Englischen übersetzt.

Was hat Gender mit dem Klimawandel zu tun?

Wir haben alle unterschiedliche Geschichten und damit auch andere Ausgangspositionen. Und alle möchten wir unsere Rechte durchsetzten. Gerade bei dem Thema gender equality geht es darum zu erkennen, dass es eben diese unterschiedlichen Ausgangspositionen gibt, aus denen Ziele erreicht werden wollen und somit auch verschiedene Wege an Ziele zu kommen. Das heißt, dass man diese Hintergründe berücksichtigen muss, damit jeder am Ende zu seinen Rechten kommt.

Zum Beispiel: In Haiti und Florida wurde in der Vergangenheit mit Naturkatastrophen sehr unterschiedlich umgegangen. Das liegt wohl auch daran, dass die Bewohner beider Staaten aus komplett verschiedenen Kontexten kommen. So wurden auch die Auswirkungen ganz unterschiedlich wahrgenommen. Hier spielen auch die Geschlechterrollen der Gesellschaft eine entscheidende Rolle. 

In einem Projekt bist du mit Frauen auf die Straße gegangen und hast gefragt: “Muss man einen Bart tragen, um gehört zu werden?” Wie kam das?

Nein – okay ja! Eigentlich muss ich mit Ja antworten. Die meisten führenden Positionen sind immer noch von Männern besetzt. Warum sind all unsere Entscheidungsträger rund um den Globus weiß, männlich und von der Nordhalbkugel? Wie sollen diese Menschen auf die Erfahrungen und Bedürfnisse von Menschen aus einem komplett anderen Umfeld eingehen? Man kann sich so nicht darauf verlassen, dass sie objektiv entscheiden können, da sie keine Vielfalt repräsentieren. Wir könnten eine viel progressivere Gesellschaft haben, wenn die Wortführer und Verantwortlichen die Vielfalt unserer Gesellschaft abbilden würden.

Wie sieht für dich eine gendergerechte Zukunft aus?

Gender Equality muss in allen rechtlich Entscheidungen integriert werden. Jeder muss die Unterschiede in der Gesellschaft sehen und diese beachten, damit sie etwas effektiv ändern können. Es geht dabei nicht nur darum, sich aus seiner eigenen Geschlechterrolle herauszulösen und zum Beispiel weniger Geschirr zu spülen, sondern vor allem darum, den Menschen zu zeigen, dass es Möglichkeiten gibt andere Dinge zu tun. Die SDGs können quasi nicht ohne Geschlechtergerechtigkeit verwirklicht werden, gerade wenn man das beste und gerechteste erreichen möchte.

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