Dem Verkehr hinterher

Ob mit Bus, Zug oder doch mit dem Rad unterwegs. Dass der Stadtverkehr den Alltag junger Menschen maßgebend beeinflusst, stellt politikorange-Redakteurin Anastasia Kourti bereits in den ersten Stunden des 9. Jugendforums Stadtentwicklung fest.

Er begleitet uns schleichend durch unseren Alltag, ist allgegenwärtig, Grund für zahlreiche lautstarke Beschwerden und doch ist das Leben der schnellen Generation ohne ihn unvorstellbar: Der Stadtverkehr. Genauso alltäglich und selbstverständlich wie er für die meisten von uns geworden ist, so komplex ist die Organisation und so hoch die Verantwortung, den Wünschen und Nöten verschiedener Gruppen gerecht zu werden. Das 9. Jugendforum Stadtentwicklung bringt Politiker und Politikerinnen mit „Normalbürgern und Normalbürgerinnen“ zusammen und macht den Stadtverkehr zum Objekt kritischer Überlegungen.

„Wie wichtig ist mir Mobilität?“

Es ist ein schwüler, warmer Freitagabend, an dem sich rund 25 junge Leute in einem Kreuzberger Hinterhof versammeln. Auf Holzbänken sitzen sie beieinander und tauschen sich darüber aus, wann und vor allem wie sie dem Verkehr ihrer Stadt begegnen. Einige berichten von täglichen Pendelstrecken von bis zu 150km, andere finden an ihren freien Wochenenden gerne heraus, was Europa alles zu bieten hat. Wiederum andere stellen ihr Fahrrad als ihren treuen Begleiter vor. Der Weg zur Uni, die Busfahrt zum Sport oder der Rückweg nach der Partynacht –  das alles mögen Banalitäten sein und doch wirken sie sich entscheidend auf unseren Alltag aus. Kann ich morgens im Zug Punkte von meiner To-Do-Liste streichen oder hindert mich der Lärmpegel daran? Was mache ich bei strömendem Regen, wenn der Trip zur Uni mit dem Rad ins Wasser fällt? Lasse ich es angesichts der Horrorgeschichten über Fahrraddiebstähle auch bei Sonnenschein lieber im Gewahrsam des sicheren Kellers?

Die Teilnehmenden des Jugendforums Stadtentwicklung stellen ihre Anforderungen an den Verkehr anschaulich dar. Foto: Jonas Walzberg

Den Jugendlichen eine Stimme geben

Wünsche und Forderungen an den Stadtverkehr, von dem wir alle so abhängig sind, hält jeder stichpunktartig auf einem Plakat fest und stellt es der Gruppe vor. Moderiert von Franziska Sperfeld und Almuth Tharan von dem Unabhängigen Institut für Umweltfragen e.V., gehen die Teilnehmenden des 9. Jugendforums Stadtentwicklung den Ecken, Kanten, Grenzen und Schwächen des Stadtverkehrs auf den Grund. In den nächsten Tagen folgen Workshops, Gespräche mit Experten und intensive Diskussionen, die auf das Highlight vorbereiten sollen: Den Besuch beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Dort werden die angesprochenen Kritikpunkte der Person vorgestellt, die letztendlich die Fäden in der Hand hält: Staatssekretär Gunther Adler will ein offenes Ohr haben für die Einwürfe und Vorschläge all jener, die sich nicht nur intensiv mit der Materie beschäftigen, sondern auch tagtäglich mit den Folgen dieser Politik ihre Lebenspläne arrangieren müssen. „Das Jugendforum Stadtentwicklung soll den jungen Teilnehmern vor allem eins vermitteln: Dass sie etwas bewegen können. Wir moderieren sie zu einem tieferen Einblick auf zentrale politische Angelegenheiten und erlauben ihnen, mitzuwirken“, so Veranstalterin Franziska Sperfeld.

politikorange live dabei

Wir, Redakteure und Redakteurinnen von politikorange stellen das Mitspracherecht junger Politikinteressierter über (so ziemlich) alles und lassen uns daher das Jugendforum nicht entgehen. Dieses Wochenende sind wir live dabei, ausgestattet mit Stift und Block, Kameras und einem kritischen Blick, haken nach und halten euch auf unserem Blog auf dem Laufenden. Auch fern von Berlin sind deine Ansichten gefragt: Teile uns mit, was dir wichtig ist an Verkehr und Mobilität! Wie bist du unterwegs, auf welche Eigenschaften legst du Wert und über welche kritischen Punkte sollten wir ein Wörtchen mit Herrn Adler reden?

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