“Brauchen wir ein eigenes Auto?”- Diskussion im Ministerium!

Am Montag eröffnete sich die Möglichkeit, die in den letzten drei Tagen ausgearbeiteten Ergebnisse im Bundesumweltministerium in Form eines Leitbildes vorzustellen. Die politikorange-Redakteurin Charline Anastasia Lelgemann hat die Eindrücke zusammengefasst.

Bei der Präsentation des Leitbildes Foto: Jonas Walzberg

Präsentation des Leitbildes
Foto: Jonas Walzberg

Was nutzen Forderungen, wenn sie kein Gehör finden? Wenig! Aus diesem Grund stellten die Teilnehmenden des Jugendforums Stadtentwicklung am letzten Tag ihre Ergebnisse dem Staatssekretär Herr Gunther Adler im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit vor. Gleichzeitig konnte man im Liveticker die Veranstaltung verfolgen.

Nach drei Tagen intensiver Arbeit in Workshops und im Plenum waren die Teilnehmenden tief in die Thematik des Stadtverkehrs eingearbeitet und entwickelten Verbesserungsvorschläge an unserem bestehenden Verkehrssystem:

Die Veranstaltung im Ministerium begann mit der Präsentation des Leitbildes, welches aus sechs Hauptforderungen besteht.

In der anschließenden Diskussion, durch Rednerlisten sehr gut organisiert, fand jede Meinung Gehör.

Bei der Vorstellung des Leitbildes wurde darauf aufmerksam gemacht, dass wir mit dem Wort “Verkehr” meistens etwas Negatives verbinden, mit dem Begriff “Mobilität” hingegen etwas Positives. Die Hauptintention bestand darin mehr Mitbestimmung und mehr Transparenz zu schaffen.

“Mut haben, etwas zu wagen”

Die Teilnehmer des ersten Workshop setzten sich den Infrastrukturausbau ein. Der Staatssekretär gab dabei zu bedenken, dass man auch ländliche Gegenden berücksichtigen müsse und sich nicht nur auf Berlin beschränken solle.

Die Teilnehmenden sehen die Nutzung von verschiedenen Verkehrsmittel als den Schlüssel zur Nachhaltigkeit. Carsharing dient zur effizienten Nutzung des öffentlichen Raums. Auch das Bikesharing erfüllt eine ähnliche Funktion: ein eigenes Fahrrad ist nicht mehr nötig, aber dennoch sind Fahrräder flexibel nutzbar.

“Niemanden ausgrenzen”

Eine wichtige Forderung stellte die Einführung eines Mobilitätstickets dar, welches preislich an Faktoren wie das Einkommen gekoppelt sein sollte. Dieses Ticket soll eine unbegrenzte Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln zu einem fairen Preis ermöglichen.

Für den Staatssekretär besitzt die soziale Gerechtigkeit hohe Priorität. Niemand sollte aufgrund eines schwachen sozio-ökonomischen Status’ oder fortgeschrittenen Alters ausgegrenzt werden und sich abgehängt fühlen.

Staatssekretär Adler bezieht Stellung zu den Forderungen, Foto: Jonas Walzberg

Staatssekretär Adler bezieht Stellung zu den Forderungen.
Foto: Jonas Walzberg

“Nicht gleich die Anarchie ausrufen”

Die Teilenhmenden äußern den Wunsch, die StVO bei neuen Ideen freier auszulegen. Im Gegensatz zu den Teilnehmenden möchte der Staatssekretär neue Regelungen und Möglichkeiten jedoch im Rahmen des Gesetzes schaffen. Für ihn ist der Spruch “Undenkbares zu denken” leitend. Von den Ideen der Teilnehmenden ist Herr Adler begeistert.

Die Hauptforderung der Teilnehmenden des zweiten Workshops ist, eine lebenswerte Stadt zu schaffen. Dazu  verweist der Staatssekretär auf unsere europäischen Nachbaren. Bei diesen werden oft schon gut funktionierende Konzepte praktiziert.

“Spiegel der Gesellschaft”

Zum ersten Mal, seitdem die Veranstalterin Frau Rödling des Unabhägiges Insituts für Umweltfragen das Forum organisiert, sind die Meinungen der Teilnehmenden des Jugendforums so konträr. Dies spiegelt in ihren Augen unsere plurale Gesellschaft wieder.

Eine Teilnehmerin gab als Feedback, dass sie während der Workshops in andere Perspektiven wechselte. Sie konnte sich dadurch, dass die Teilnehmenden unterschiedliche Bildungswege, ein unterschiedliches Alter und einen unterschiedlichen Wohnort (Stadt/Land) aufwiesen, in andere hineinversetzen. Dadurch entstehe Innovation.

Der Staatssekretär wünscht sich, beim nächsten Jugendforum wieder Zeit zu finden, sich die Vorschläge der Jugendlichen anzuhören und hofft, manche auch bei anderen Veranstaltungen zu sehen.

Gespannt hören Teilnehmer den Vortragenden zu. Foto: Jonas Walzberg

Gespannt hören Teilnehmer den Vortragenden zu.
Foto: Jonas Walzberg

Mehr über die Forderungen kannst du hier nachlesen.

Während der Präsentation und Diskussion haben manche Teilnehmenden gespannt unseren Liveticker verfolgt. Hier kommst du zum Protokoll des Livetickers.

 

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