Eindrücke von der ZukunftsTour in Kiel

Wie sieht unsere Zukunft aus? Gerade junge Menschen haben es in der Hand, Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt mitzugestalten. Clara hat die Impulse der ZukunftsTour in Kiel zusammengefasst.

Jannosch Liedtke kommt der Natur näher: Wie fühlt sich ein Feuersalamander an? (Foto: Clara Eichner)

Jannosch Liedtke kommt der Natur näher: Wie fühlt sich ein Feuersalamander an? (Foto: Clara Eichner)

 

Vormittags

Cool, Fahrräder aus Bambus, Longboards aus alten Lattenrosten. Kastanie und Wasser vermischen und schon habe ich Waschmittel. Genial, was sich diese kreativen kreatives Start-up-Unternehmen alles ausdenken.

Draußen lernen? Klar, ich mag die Natur, aber was genau soll ich im Wald oder am Strand lernen? Ich kann die Dinge und Lebewesen sehen, hören, fühlen und begreife sie dadurch viel besser. Vor allem, weil ich mich plötzlich intensiver mit ihnen auseinandersetzte. Ich stehe vor einer Kuh und will wissen: Springt sie mich gleich an? Kann sie überhaupt springen? Wird sie wütend, wenn ich sie anschaue? Wer ist schneller, ich oder sie?

Unser derzeitiges Wirtschafts- und unser Gesellschaftssystem passen nicht zusammen, lehrt die Gemeinwohlökonomie. Die Wirtschaft ist auf Gewinn aus, Adam Smith, Ellenbogen raus, Egoismus vor. Die Gesellschaft will Gemeinschaft, Kuschelatmosphäre, gegenseitige Unterstützung und Solidarität. Ein faires Wirtschaftssystem sollte Unternehmen stärken, die sich für Menschenwürde, Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Demokratie einsetzen, denken sich die Anhänger einer sozialeren Wirtschaftsordnung.

Die Mentalität „alles möglichst billig“, soll in unseren Köpfen verankert sein, lautet die Anklage. Wirklich? Gegenrede?

„Macht Geld glücklich?“, fragt Jutta Hieronymus, von einer Initiative der Gemeinwohlökonomie. „Macht Geld unglücklich?“, fragt eine Schülerin zurück. Ich frage euch: Macht es einen Unterschied, ob jemand mit dem Geld Essen und Strom bezahlt oder sich eine Yacht kauft?

Am Mittag

Schöne Zitate: „Jeder kann was, also kann auch jeder etwas tun“, und „Wenn ihr das Produkt nicht kauft, wird es der Supermarkt auch nicht mehr anbieten“, und „Nachfragen kann jeder.“

Bundesminister Dr. Gerd Müller hält eine tolle Rede. Er spricht von globalen Problemen, dem Klimawandel, der Ernährungsunsicherheit, der ungleichen Verteilung von Armut und Wohlstand, dem enormen Energiebedarf. Er sagt aber auch: „Die Probleme sind lösbar!“, und verweist auf Technologie, Know-how und Austausch. Europa macht sechs Prozent der Weltbevölkerung aus. Es bringe nichts, eine Mauer um den Kontinent zu errichten und zu versuchen, den Wohlstand festzuhalten: „Wir leben heute in einem globalen Dorf.“ Wissen sei heute mit einem Mausklick überall auf der ganzen Welt verfügbar. Weitere O-Töne: Wir bräuchten fairen statt freien Handel. Für Rüstung werde das 10-fache wie für Entwicklungspolitik ausgegeben.

Frage von der Nichtregierungsorganisation Bündnis für eine Welt an die Politiker auf der Bühne: „Man hört viel davon, dass die Politik handle und Wissenschaftler und Verbraucher mitnehme. Ich frage mich, was tut die Wirtschaft?“

Mittagstief: Wir stehen vor einem riesigen Berg an Aufgaben. Und Problemen. Wie soll ich kleiner Mensch diesen Berg bloß je erklimmen können. Ich weiß ja nicht mal, wo anzufangen, bin ja keine Kletterin.

Abends

Unbedingt vorbeischauen: Die Alte Mu schafft ein Dorf in der Stadt. Toller Ort mit jeder Menge kreativer Projekte und Ideen zum angucken. Oder um auf der Stelle in die Pedale zu treten, Strom zu erzeugen und einen Film sehen zu können.

Digitale Medien sind eine echte Chance. Sie sind nicht nur Zeitfressmonster, sondern helfen, Unternehmen und Menschen – wie dich und mich – , die etwas verändern und bewegen wollen, zu vernetzten. Auch lassen sich einfach spontan kritische Massen zusammenrufen, die aus Überzeugung für ein Anliegen auf die Straßen gehen. Und mit Hilfe von Mapping-Programmen lassen sich tolle Initiativen und Projekte in der Nachbarschaft finden.

Die Zahl ehrenamtlich engagierter Menschen in Deutschland nimmt zu. Die Kontinuität und Bindung an eine Organisation nimmt ab. Hop-on, hop-off Kultur. Das ist anstrengend für die Vereine und Organisationen, die Neue einarbeiten müssen. Wie kann man Ehrenamtliche langfristiger für ein Projekt gewinnen?

Schlaue Sprüche der Gründer von wechange e.V., Boris Woynowski und Robin Koerth: „Online nicht ohne Offline. Offline nicht ohne Online“ und „Bündelt eure Kommunikation und eure Daten“. Damit meinen sie, dass es verwirrt, auf endlos duzenden Plattformen wie Dropbox, Google Drive, Basecamp, Facebook, Whatsup, etc. unterwegs zu sein. Also bündelt auch eure Nerven.

 

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