Dranbleiben für eine nachhaltige Welt

Hannah möchte von der Politik gehört werden und sich aktiv am Meinungsbildungsprozess beteiligen. Foto: Stephan Jaroschek

Hannah möchte von der Politik gehört werden und sich aktiv am Meinungsbildungsprozess beteiligen. Foto: Stephan Jaroschek

Die 14-jährige Schülerin Hannah besucht die 9. Klasse der Jenaplan-Schule Jena und ist bei der ZukunftsTour in Jena dabei. Im Interview mit Stephan Jaroschek erklärt sie ihre Motivation zum Dialog auf der ZukunftsTour in Jena und beim Jugend-Nachhaltigkeitskongress.

Der Kongress ist einer Veranstaltung im Rahmen der Tour in Jena, auf dem die Schüler*innen ihre Vorschläge und Forderungen an eine nachhaltige Welt formulieren können. Im Anschluss soll ihre Nachhaltigkeitsagenda, die aus acht zentralen Forderung besteht, an den Ministerpräsidenten von Thüringen, Bodo Ramelow, überreicht werden. Ein Gespräch über Konsumrausch, Arbeitsbedingungen und den eigenen Standpunkt.

Warum bist du heute hier?

„Ich bin heute hier, weil ich eine Meinung habe. Für mich ist es sehr wichtig, die eigene Meinung zu verbreiten, um anderen Leuten zu zeige, dass ich eine eigene Meinung habe. Das kommt bei Jugendlichen leider nicht so häufig vor. Ich möchte, dass etwas passiert.“

Was soll denn passieren?

„Für mich sind manche Arbeitsbedingungen „unter aller Sau“. Auch wenn es jetzt wahrscheinlich nicht so viel bringt, das dem Ministerpräsidenten von Thüringen zu sagen. Ich bin aber trotzdem hier, um das klar zu stellen. Ich hoffe auch darauf, dass dieser Jugend-Nachhaltigkeitskongress nach außen getragen wird. Schließlich findet er nur in Thüringen statt. Vielleicht wird er später auch mal bundesweit ausgetragen. Dann kann glaube ich noch viel mehr erreicht werden.

Was ist für dich Nachhaltigkeit?

Das ist eine schwierige Frage. Nachhaltigkeit hat sowohl etwas mit ökologischen als auch mit sozialen Bedingungen zu tun. Die Bedingungen müssen mehr als gut sein, dann ist es Nachhaltigkeit.

Wo kann man als Jugendliche*r konkret mit Nachhaltigkeit anfangen?

Es fängt natürlich schon im Kleinen an. Sobald im Alltag darauf geachtet wird. Wenn es zum Beispiel Pappbecher gibt, noch einmal den selben zu nehmen. Oder das ein Papier doppelt beschrieben wird. Es ist auch wichtig seine Meinung zu äußern, weil wir die nächste Generation sind. Wir entscheiden, was nach den jetzigen Politkern passiert. Das sollte allen klar sein.

Ihr dürft heute – bundesweit einmalig auf der Tour – eine Nachhaltigkeitsagenda für Thüringen aufstellen und diese morgen an Ministerpräsident Bodo Ramelow überreichen. Glaubst du an Veränderungen nach diesem Kongress?

Das kommt darauf an, wie gut wir unsere Forderungen vorstellen und präsentieren. Das entscheidet schließlich alles. Wir müssen zeigen, wie ernst uns die Thematik ist und wie wichtig wir die Umsetzung finden. Ich denke schon, dass Ministerpräsident Bodo Ramelow es auch ins Kabinett tragen wird. Und ich finde, wenn wir fordern, dass er dranbleiben soll, müssen wir genauso dranbleiben. Ansonsten wird es zu nichts führen.

Wie optimistisch siehst du die Zukunft? Auf dem Jugend-Nachhaltigkeitskongress wurde heute auch viel über Treibhausgase, Erderwärmung und Plastikmüll diskutiert.

Ich glaube beim Thema Klimawandel wird man irgendwann depressiv, wenn man zu lange darüber redet. Aber ich glaube auch, was zum Beispiel das Thema Konsumrausch angeht, dass es einen Lichtblick geben könnte. Ich bin sehr froh, dass viele Leute hier sind, die das auch zu interessieren scheint. Auch wenn das jetzt nur Thüringen ist. Aber wenn wir das wirklich schaffen könnten, bewusster Produkte zu konsumieren, bin ich auf jeden Fall optimistisch. Wir können den bewussten Umgang mit Produkten später an unsere eigenen Kinder weitergeben. Ich glaube irgendwer muss einfach anfangen.

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