Der Dreiklang des Klimaschutzes

Die erste Regel beim Klimaschutz: sich Mitstreiter*innen suchen. Sebastian Perdelwitz bei der Zukunftstour in Jena. Foto: Stephan Jaroschek

Im Klimaschutz ist jede*r Einzelne gefragt. Und Möglichkeiten das Klima zu schützen gibt es viele, macht der Umweltaktivist Sebastian Perdelwitz deutlich.

„Ich kann nicht viel für die Umwelt tun“, resümiert eine Schülerin zu Beginn der ZukunftsTour in Jena. Als Jugendliche seien ihre Handlungsmöglichkeiten eben eingeschränkt. Zur Schule könne sie nicht laufen oder Rad fahren, für den Stromvertrag seien die Eltern zuständig und bei der Menge an Umweltsiegel auf Kleidung, Nahrung oder anderen Produkten, fehle ihr einfach manchmal der Durchblick.

Diese Argumentation möchte Sebastian Perdelwitz (34) jedoch so nicht durchgehen lassen. Auf der ZukunftsTour in Jena führt er gemeinsam mit Maren Drewes (29) die Schüler*innen durch den Workshop „Alle reden vom Klimaschutz – Was ist unser Beitrag zum Erhalt von Planet und Umwelt?“. Doch bevor über konkrete Maßnahmen diskutiert werden kann, steht erst einmal Bildungsarbeit auf dem Plan. Was ist eigentlich Klimawandel?

Klimawandel eine Auswirkung der Globalisierung

Klimawandel, so skizziert es Perdelwitz, ist die Erwärmung der Erde. Die Sonnenstrahlen treffen auf die Erde, werden von ihr reflektiert, dann aber durch eine CO2-Schicht die sich durch Abgase gebildet habe, wieder absorbiert. Dadurch wird die Erde immer wärmer, die Pole schmelzen und dadurch steigt auch der Meeresspiegel. „Ihr könnt euch das vorstellen wie in einem Gewächshaus bei euch im Garten. Die Sonnenstrahlen kommen zwar rein, aber bleiben dann auch im Innenraum“, erklärt der Erfurter Umweltaktivist.

Der Klimawandel sei auch eine Auswirkung der Globalisierung, führt Perdelwitz fort. Es werde weniger auf die Umwelt, sondern mehr auf den Profit geachtet.

Der und die Einzelne stehe beim Thema Klimaschutz immer im Zwiespalt. Zum einen möchte man mobil sein und die neusten Klamotten besitzen. Zum anderen sind diese vielleicht in Billiglohnländer und nicht umweltbewusst produziert und anschließend über einen langen Transportweg zu uns gekommen.

Dominoeffekt im Klimaschutz

Trotzdem kann jede*r seinen eigenen Beitrag zum Klimaschutz leisten, hält Perdelwitz fest. Seine beliebteste Art: diskutieren und andere überzeugen. Und das tut er an diesem Donnerstag auch bei den Schüler*innen. Mit Elan und großen Gesten versucht der 34-Jährige den Jugendlichen das Thema Klimaschutz bewusst zu machen und erklärt durch Zeichnungen, Skizzen und viel Flipchartpapier auch noch die kompliziertesten Begriffe des Klimawandels. Für den Klimaschutz setzt der Erfurter sich im Verein „ich global“ ein. Er selbst sieht sich als Multiplikator, der andere überzeugen möchte. Und genau das, rät er auch den Schüler*innen: „Jeder von euch kann sich für den Klimaschutz einsetzen! Ihr könnt mit euren Eltern über den richtigen Stromanbieter streiten, auf die Mülltrennung im Haushalt achten und im Supermarkt auf Plastiktüten verzichten“.

Wichtig sei anzufangen. Perdelwitz spricht in diesem Zusammenhang vom „Dominoeffekt“. Wird eine*r „angesteckt“, erzählt diese*r es im Bekanntenkreis weiter und dort wiederum trägt es ein*e andere*r weiter. So entstehe ein großer Nachahmungseffekt.

Mit sachlichen Argumenten überzeugen

Grundsätzlich gebe es drei Stufen beim Klimaschutz, erläutert Perdelwitz den Schüler*innen. Am wichtigsten ist dabei, Vorbild für alle anderen zu sein und mit dem eigenen Verhalten zu überzeugen. Im zweiten Schritt sollten Mitstreiter gesucht werden und im dritten Entscheidungsträger gewonnen werden. „Ihr müsst den Finger in die Wunde legen“, fordert der Workshopleiter.

Dabei muss aber auch die richtige Balance gehalten werden. Kein Entscheidungsträger lasse sich durch zuviel an Provokation und Verärgerung überzeugen. „Ihr müsst das richtige Maß finden. Zwischen ernsthaft auf Augenhöhe und Provokateur“, gibt Perdelwitz zu bedenken.

Das kritische Denken über Klimaprozesse und Klimaschutz dürfte Perdelwitz heute erfolgreich an die Jugendlichen übertragen haben, denn am Ende entwickelten die rund 30 Schüler*innen viele Forderungen an die Politik: Abgase sollen reduziert werden, Thüringen Vorreiter bei alternativer Fahrzeugenergie werden und generell als Vorbild für andere dienen.

Perdelwitz hat seinen Dreiklang des Umweltschutzes erfolgreich umgesetzt. Mit seinem Verhalten und Ausführungen, wie das Klima zu schützen sei, ist er zum Vorbild für andere geworden. Die Schüler*innen wurden von seinem „Klimaschutzvirus“ infiziert und sind nun voller Tatendrang auf Ministerpräsident Bodo Ramelow zu treffen, um ihn für ihre Position zu gewinnen.

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