Die Vorbereitung des Jugendforums ist abgeschlossen, die Teilnehmer*innen verlassen die Jugendbildungsstätte Kaubstraße. Wir werfen noch einen Blick auf ein dunkles Kapitel seiner Geschichte: Sein Erbauer wurde von den Nazis ermordet.

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Vor knapp zwei Monaten verlegt, zeigt der Stolperstein schon Spuren der Verwitterung. (Foto: Benedikt Bungarten)

„Hier wohnte Nachum Bloch, Jg. 1982, Umzug 1939, Kowno, ermordet 1943, Wilna/Vilnius“: So steht es auf dem unscheinbaren Stolperstein, der im Gehsteig vor der Jugendbildungsstätte eingelassen ist. Das wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet. Soll es auch. Die Aktion „Stolpersteine“ wurde 1992 vom Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen. Diese 10 Zentimeter großen Steinwürfel werden vor den letzten frei gewählten Wohnorten von Opfern des Nationalsozialismus im Boden eingelassen. Auf der kleinen Goldplatte sind die Informationen zum Leben und zur Leidensgeschichte der Menschen verzeichnet. Beim sprichwörtlichen Darüberstolpern sollen die Steine zum Nachdenken anregen und an die Opfer erinnern.

Nachum Bloch war ein aus Litauen stammender jüdischer Textilfabrikant, wie eine Tafel neben dem Eingang des Hauses verrät. Für seine Familie erbaute er 1923 die Villa, in der heute die Jugendbildungsstätte Kaubstraße ist. Nach der Machtergreifung der Nazis konnten seine Frau und sein Sohn im Jahre 1936 nach Palästina fliehen. Bloch selbst wollte sich weiter um das Geschäft kümmern und blieb deswegen in Berlin. Erst 1939 floh er vor den Nationalsozialisten in das heutige Vilnius, in sein Herkunftsland Litauen. Dort wurde er dann im Jahre 1943 ermordet.

Der Stolperstein wurde erst im Oktober 2015 verlegt. Sein Sohn, Alexander Bloch, der 1927 in der Kaubstraße geboren wurde und heute in Israel lebt, konnte nicht bei der Verlegung dabei sein, brachte aber seine Freude über die Verlegung schriftlich zum Ausdruck: Er hoffe, der Stolperstein werde helfen „alle Menschen daran zu erinnern, was passiert, wenn Hass der anderen und der Extremismus von Ideologie nicht begrenzt wird.“

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