Joko und Klaas statt Volksmusik?

Jugendmedientage 2015 – Wer übernimmt heute Verantwortung? Tilo Jung und seine vier Gäste setzten sich in einer Podiumsdiskussion mit dieser Frage auseinander.

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Florian Hager, InkaSchminka, Tilo Jung, Franziska von Kempis und André Nagel (v.l.) (Foto: Florian Timpe)

Die Jugendmedientage sind gestartet. Los geht es nach einer kurzen offiziellen Begrüßung mit einer Podiumsdiskussion. Vier Gäste und Tilo Jung (Jung & Naiv) in der Rolle des schlagfertigen Moderators diskutieren über die Schlagwörter der diesjährigen Jugendmedientage: Freiheit, Vielfalt und Verantwortung. Zu Beginn wird das Publikum gefragt, wer denn keinen Facebook-Account besitze. Nur 10 Teilnehmer*innen melden sich. Es zeigt sich: Auch die anderen sozialen Netzwerke werden von der Mehrheit genutzt. Doch wer übernimmt die Verantwortung? Und hat sich diese im Vergleich zu früher geändert?

André Nagel von der Bundeszentrale für politische Bildung ist der Meinung, dass die Verantwortung in den Medien breit gefächert ist. Sowohl Journalist*innen als auch die sozialen Netzwerke wie zum Beispiel Facebook trügen dem Nutzer gegenüber Verantwortung.

Sollte Facebook deswegen rechtsextreme Kommentare zensieren? Die Podiumsgäste sind sich hier einig: Nein! Denn man müsse lernen mit den Meinungen umzugehen. Das Ziel sei es, den zum Teil hasserfüllten Kommentaren Qualität und Fakten entgegen zu setzen. Und außerdem: „Gibt es nicht die wahre Meinung, sondern nur einen Austausch von Meinungen“, fügt André Nagel hinzu. Florian Hager, der für das Jugendprogramm der ARD/ZDF verantwortlich ist, sieht außerdem einen Unterschied zwischen einer Meinung und einer Haltung. Man muss viele unterschiedliche Meinungen gehört haben und erst daraus bilde sich dann eine Haltung. Diese bräuchten  Journalist*innen, um objektiv berichten zu können.

Irgendwann kommt das Wort Müll ins Spiel. Es sei viel Müll im Internet verbreitet. Müll im Sinne von schlechten und auch falschen Nachrichten. Tilo Jung stellt daraufhin die Frage: „Was ist den eurer Meinung nach Müll und wie erkenne ich diesen? Die YouTube-Redakteurin Franziska von Kempis findet eine sehr interessante Antwort: „Müll ist, wenn ich denke, dass etwas stimmt, es aber falsch ist.“ Das Ziel sei es, glaubwürdige Alternativen zu schaffen, sodass man lerne, Müll von Nicht-Müll zu unterscheiden.

Was unterscheidet die Deutsche Welle von Russia Today?

Eine weitere sehr provakante Frage, die Tilo Jung stellt, ist, worin der Unterschied zwischen Deutsche Welle und Russia Today bestehe. Denn auch die Deutsche Welle mache doch eigentlich Propaganda für die Demokratie. Christoph Jumpelt von der Deutschen Welle meldet sich daraufhin sehr energisch zu Wort und stellt klar, dass die Deutsche Welle gegen Propaganda arbeite.

Am Ende waren die öffentlich-rechtlichen Sender beherrschendes Diskussionsthema. Warum bieten diese eigentlich nicht mehr Programm für Jugendliche? Sie könnten doch die Volksmusik streichen und stattdessen einmal Joko und Claas zur Prime Time zeigen, schlägt Timo Jung vor. Florian Hager erklärt, dass das nicht gehe, da die Zuschauerinteressen entscheiden, was gezeigt wird. Und der Großteil der Zuschauer, das seien nun mal die über 60-Jährigen.

 

2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

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    Wolfgang Chudaske
    8. November 2015 14:13

    gerade yoko und klaas sind das paradebeispiel für die absolute inhaltslose und immer zur verblödung neigenden jugendlichen sendeformate.

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