Plötzlich Fernsehjournalist

Wie viel Zeit braucht es, ein 15-minütiges TV-Magazin zu produzieren? Politikorange-Redakteurin Alina hat es ausprobiert. Bei den Jugendmedientagen 2015 ist sie auf Tour nach Köln gegangen und berichtet für uns über ihre Erlebnisse beim WDR. 

Konzentriert bei der Arbeit - die JMT-Teilnehmer beim WDR Foto: Dominik Martin

Konzentriert bei der Arbeit: Die JMT-Teilnehmer beim WDR (Foto: Dominik Martin)

Pünktlich um 8 Uhr morgens geht es los. Wir fahren vom Bonner Hauptbahnhof mit dem Zug in Richtung Köln. Alle sind noch etwas müde, doch die Stimmung ist gut. In einer Lehrwerkstatt, dem sogenannten Studio 2 des WDR, werden wir herzlich empfangen. Wir erhalten eine kurze Einführung und die Info, dass wir im Laufe des Vormittags eine eigene, 15-minütige Sendung produzieren dürfen. Dazu werden wir in acht Gruppen aufgeteilt. Wir sind sehr erstaunt, wie viele Dinge es zu beachten gibt. Da ist zum Bespiel ein Team, dass „nur“ dafür zuständig ist, den Zeitplan einzuhalten. Ein anderes Mädchen und ich bekommen die Aufgabe, kleine Videoeinschnitte auszuwählen, die sogenannten Einspieler. Uns steht ein iPad zu Verfügung und wir können aus einer Vielzahl von Themen und Genres auswählen. Soll unser Magazin witzig oder ernst sein, von Sport oder Lifestyle handeln? Wir haben die Wahl.

Zwischen Karneval und Jugendmedientagen

Wir entscheiden uns bei der ersten Redaktionssitzung, eine lustige Sendung mit Blick in die Zukunft des Kölner Karnevals zu machen. Sie trägt den Titel: Jugendmedientage – Das Magazin. Zugegeben, das passt nicht ganz zusammen, aber am Ende siegt der Zeitdruck – wie im echten Leben. Während der ersten Besprechung sitzen wir vom inhaltlichen Team zusammen an einen großen Tisch und fühlen uns dabei richtig professionell. Eine Teilnehmerin, die die Rolle der Koordinatoren einnimmt, leitet das Gespräch. Danach geht es wieder in eine intensive einstündige Arbeitsphase im Team. Vor allem der Austausch mit den anderen steht jetzt im Mittelpunkt. Uns wird klar, wie wichtig es ist, als Gruppe zu funktionieren. Die Einspieler müssen sich mit den Moderator*innen austauschen, die Redaktion mit dem Wetter, und auch sonst herrscht reger Betrieb. Auch die Techniker sind fleißig am Arbeiten. So kümmern sich zum Beispiel die Tontechniker*innen um die Sicherstellung der Sprachqualität, die Schalttechniker*innen sind für das Schneiden der Sendung verantwortlich.

Die Spannung steigt – es geht ans Drehen

Nach einer zweiten Redaktionssitzung wird es dann ernst. Wir fangen mit dem Abdrehen der Sendung an. Alle sind etwas nervös, besonders die Moderator*innen, die sich jetzt gut vor der Kamera präsentieren müssen. Jeder will es richtig machen. Doch wir müssen lernen: Auch Fehler gehören dazu und so läuft die Generalprobe schief. Der Teleprompter läuft zu langsam, die Moderatoren geraten ins Stocken. Auch bei den Techniker*innen läuft nicht alles rund. Doch wir lassen uns nicht entmutigen. Heißt es nicht so schön: Je schlechter die Generalprobe, desto besser die Premiere? Beim nochmaligen Dreh läuft dann auch alles wie am Schnürchen. Die Moderator*innen treten authentisch auf, alle sind begeistert. Wir haben es geschafft! Danach herrscht ein regelrechtes Hochgefühl. Auch die Referent*innen versichern uns, dass wir tolle Arbeit geleistet haben. In drei Stunden waren wir in der Lage, eine 15-minütige Sendung zu produzieren. Man muss dazu sagen, dass wir tatkräftige Unterstützung von unseren Referent*innen erhalten haben, die uns den ganzen Workshop über zur Seite standen. Der Tag war perfekt geplant – vielleicht  etwas zu perfekt. Die Arbeit in der Lehrwerkstatt hat sich ein bisschen angefühlt wie in einer Schutzhülle – eigentlich konnte gar nichts schiefgehen. Für totale Neueinsteiger aber war es ein interessanter Einblick ins Fernsehgeschäft.

 

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