Sinn und Zweck aller Ziele

Bei der 68 UN-Generalversammlung in New York // Foto: United Nations Information Centres (CC BY-NC-ND 2.0)

Bei der 68 UN-Generalversammlung in New York // Foto: United Nations Information Centres (CC BY-NC-ND 2.0)

Letztes Jahr wurde auf der Zukunftsforum 2014 feierlich die Zukunftscharta verabschiedet, die acht prioritäre Handlungsfelder beinhaltet. Doch wozu wurden diese formuliert? Weshalb geht die Charta nun auf Tour? Und was haben diese Ziele mit den „Sustainable Developement Goals“ zu tun, die vom 25. bis 27 September in New York verabschiedet werden sollen?

Zukunftscharta, Sustainable Developement Goals, Nachhaltigkeitsstrategie, Millennium Development Goals: da kommt man schon mal durcheinander. Alle diese Papiere, Visionen und Abkommen hängen irgendwie miteinander zusammen: ein komplexes Zusammenspiel, das im Folgenden erklärt wird.

Millennium Development Goals (MDG)

Die MDG wurden 2000 in einer Blase der Euphorie von den großen Industriestaaten formuliert. Auf der Welle des wirtschaftlichen Erfolgs setzten sich die Staaten des Globalen Nordens große Ziele. Bis zum Jahre 2015 sollte die weltweite Armut halbiert werden. Doch die Art und Weise des Abkommens ist heute obsolet. Mit der sogenannte Armutsagenda blickten reiche Industriestaaten auf Entwicklungsländer herab.
Bezüglich der Bekämpfung von Armut in Form von Zugängen schulischer Bildung und der Bekämpfung von Krankheiten, wie zum Beispiel Tuberkulose, wurden einige Ziele erreicht. Doch trotzdem schätzt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) die Zahl der Hungernden weiterhin auf ca. 800 Millionen Menschen – es gibt also noch viel Spielraum nach oben.

Sustainable Developement Goals (SDG)

Mittlerweile hat sich die Situation im Gegensatz zu der Jahrhundertwende maßgeblich verändert. Die Akteurskonstellation hat sich mit den BRICS-Staaten, sogenannte Schwellenländer erweitert, sämtliche nichtstaaltlichen Organisationen haben an Einfluss gewonnen. Zudem sind Problemfelder offensichtlicher geworden und neue hinzugekommen: nicht nur Armut, auch Umwelt- und Klimawandel stellen offensichtliche Herausforderungen für unsere Gesellschaft dar.
Auch die Positionen zwischen den Ländern des Globalen Nordens und Südens haben sich erheblich gedreht. In Sachen Umweltschutz und Klimabelastung gelten Industriestaaten nun als „Entwicklungsländer“ und weniger reiche Staaten sind einen Schritt voraus. Die Vereinten Nationen beschlossen 2012 in Rio de Janeiro, die Agenda an diese Veränderungen anzupassen, und machten den Vorschlag, die Armuts- und die Nachhaltigkeitsagenda zusammenzulegen. Bis 2030 sollen Ziele in den Bereichen Armut, Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit erreicht werden. Vom 25. bis 27 September werden sie auf der Nationalversammlung der Vereinten Nationen in New York verabschiedet.

Nachhaltigkeitsstrategie Deutschland

Deutschland ist eines der 192 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen, dass die SDG ratifizieren werden. Um SDG an Deutschland anzupassen und umzusetzen, formuliert die deutsche Regierung die sogenannte Nachhaltigkeitsstrategie neu. Die Nachhaltigkeitsstrategie stellt, vereinfacht gesagt, das Instrument der deutschen Regierung zur Umsetzung der SDG dar.

Zukunftscharta

Die Zukunftscharta kann in diesem Zusammenhang als eine Art Visionspapier gesehen werden, das maßgeblichen Einfluss auf die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie haben soll. Die Verbindung zwischen Charta und Nachhaltigkeitsstrategie besteht beispielsweise aus personellen Überlappungen und anderen Zusammenhängen. In einem Dialogprozess mit Bürger*innen und Organisationen wurde die Zukunftscharta 2014 möglichst interaktiv verfasst. Die Ziele wurden auf acht Handlungsfelder heruntergebrochen und auf dem Zukunftsforum im November 2014 feierlich an die Bundeskanzlerin Merkel überreicht.
Die Zukunftscharta ist ein verbindendes Papier, eine gemeinsame Vision aller beteiligten Akteur*innen, kein bindendes Papier.

ZukunftsTour

Die ZukunftsTour soll zum einen über die neuen Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) informieren. Zum anderen dienen die Veranstaltungen in allen Bundesländern dazu, die in der Charta festgehaltenen Visionen in Form von vorbildlichen Beispielen sozialer Projekte, Events und ähnlichem mit Leben zu füllen. Bürger*innen sollen Beispiele bekommen, wie Engagement für Nachhaltigkeit und Entwicklung funktionieren kann. Die Tour bietet Bürger*innen die Möglichkeit, sich einzubringen, zu zweifeln und anzuklagen, wobei Druck auf die Politik ausgeübt werden kann. Wie sich das in der Realität umsetzt, ist eine andere Frage.

Alles in allem ist der Zusammenhang der Ziele aus internationaler, regionaler und Bundesebene zwar sehr komplex, aber verfolgt trotzdem eine gewisse Strategie, die es nun in die Tat umzusetzen gilt. Dafür braucht es engagierte und interessierte Bürger*innen, aber auch kooperationsbereite und ehrliche Politiker*innen, die sich für die Interessen der Gesellschaft einsetzen.

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