Vielfalt im Journalismus – der Versuch einer Definition

Wenn wir versuchen Vielfalt zu definieren, müssen wir uns auf einige wenige Worte beschränken. Ein Versuch, hinter den Horizont eines starken Begriffs zu blicken.

Ein buntes Kaleidoskop

Vielfalt kann ganz unterschiedliche Formen annehmen. Foto: maria amelie www.jugendfotos.de

„Vielfalt – das ist eine Fülle von verschiedenen Arten, Formen oder Ähnlichem, in denen etwas Bestimmtes vorhanden ist, vorkommt, sich manifestiert“, so der Duden.

Wenn es um Vielfalt geht, fallen Begriffe wie Buntheit, Verschiedenartigkeit, Diversität, Vielgestaltigkeit. Als Journalist*innen steht uns eine unglaubliche Fülle an Worten bereit, die das große Ganze mit all ihren Unterschieden in sich tragen. Aber nicht nur die Sprache mit ihrer Mannigfaltigkeit, den Synonymen und der Möglichkeit zu paraphrasieren erlaubt uns, Beiträge bunt zu gestalten.

Wir können auch mit Perspektiven malen, Kontraste hervorheben und verschiedene Facetten anschlagen. Wir machen Beiträge farbenfroh und setzen Neues in den Mittelpunkt. Und trotz allem sollen wir den Grundton nicht verlieren und uns an grade Striche halten.

Journalist*innen als Vermittler im großen Ganzen

Wir Medienmacher*innen sind Informant*innen, das Bindeglied, wir berichten, selektieren, bilden. Medien erlauben es jedem Einzelnen sich selbst eine Meinung zu bilden. Der mündige Mensch wählt individuell und doch nicht immer selbstbestimmt. Durch das was er liest und hört, positioniert und identifiziert er sich und formt am Ende die Gesellschaft selbst mit. Er lässt sich ein, bekennt Farbe.

Grenzen der Vielfalt

Für uns Journalist*innen ist das eine große Verantwortung, bietet aber zur gleichen Zeit die Möglichkeit jeder Stimme Gehör zu verschaffen.

Zeichnung: Christina Braun, Foto: Jonas Walzberg

Zeichnung: Christina Braun, Foto: Jonas Walzberg

Wir können Vielfalt dann als eine Ansammlung unzähliger Teile sehen: Dreiecke, Kreise, Quadrate mit Ecken und Kanten, die nicht immer genau aneinanderpassen und doch Sinn ergeben. Das große Bild, das durch unzählige Details, Farben und Formen einzigartig wird.

In der Fülle dieses Klangs werden aber auch dunkle Töne laut. Extreme Töne, die die Würde des Menschen angreifen und dem Individuum die Vielseitigkeit nehmen wollen. Die das Blitzlicht nutzen, um Bilder zu verzerren und schützende Linien verschwimmen lassen. Die Vielfalt zur Einfalt machen.

Dialog schafft Vielfalt

Nur im Dialog, im kritischen Austausch miteinander, können wir Vielfalt leben. Und am Ende ist es nicht das nackte Detail, die subjektive Realität des Einzelnen, sondern die Palette der Perspektiven, die das wahre Gesicht der Gesellschaft abbildet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Menü