Von der Angst zur Zuversicht – die digitalen Medien

Ein Blick hinter die Kulissen – wie Experten von Experten beraten werden: Ein Besuch in der Sitzung des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien zu dem Thema „Digitalstrategien in den Medien„.

Schwierige Frage: Mehr Klicks mit Free Content - oder mehr Erlöse mit Paywall? (Foto: niekverlaan, pixabay.com, CC0)

Schwierige Frage: Mehr Klicks mit Free Content – oder mehr Erlöse mit Paywall? (Foto: niekverlaan, pixabay.com, CC0)

Auch Politiker holen sich Hilfe. Wenn sie im Ausschuss über bestimmte Themen diskutieren, brauchen sie sich oft externe Unterstützung, um weitreichende Entscheidungen zu treffen. So auch beim Thema „Digitalstrategien im Mediensektor“. Als Experten wurden Susann Hoffmann (Geschäftsführerin von Edition F, einem Online-Medium für Frauen), Dietrich von Klaeden (Head of Public Affairs bei der Axel Springer SE), Susanne Pfab (Generalsekretärin der ARD), Tobias Schmid (Bereichsleiter Medienpolitik bei der RTL Deutschland GmbH) und Thomas Schultz-Homberg (Leiter der Abteilung Elektronische Medien bei der FAZ) zur Ausschusssitzung eingeladen.

Durch das oft kostenlose und unbegrenzte Angebot an Informationen im Internet schien der Journalismus einige Jahre an Bedeutung zu verlieren und sogar vom Aussterben bedroht zu sein. Ein besonders großes Problem stellte das Wegbrechen der Einnahmen dar, denn der Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften ging und geht auch jetzt immer weiter zurück. Die Angst vor dem Aussterben des Journalismus weicht mittlerweile aber einer positiven Vorstellung in Bezug auf die Zukunft.

Bezahlte Inhalte und mehr Mut

Das Potential, über das Internet Geld zu verdienen, wurde erkannt – jetzt geht es um die Strategien zur besten Nutzung. Bisher stellten die meisten Mediengruppen die Inhalte kostenlos, dafür jedoch verkürzt oder selektiert online zur Verfügung. Heute bedauern die meisten Medienhäuser, dass sie zu Beginn der Digitalisierung nicht den Mut hatten, ihre Inhalte als sogenannten „Paid Content“ anzubieten.

Dieses Konzept meint, dass man für jeden online zur Verfügung gestellten Artikel einen entsprechenden Preis fordert. Dass der Benutzer für den Inhalt zahlt, ist jedoch keine finale und allumfassende Lösung. Wie auch in den gedruckten Zeitungen reicht der Teil, den der Leser für die Inhalte der Zeitung bezahlt nicht aus, um alle Kosten einer Redaktion zu decken und dies war auch nie so. Schon immer stammte der größte Teil der Einnahmen aus der Anzeigenvermarktung. Auf diesen Zweig wird man sich auch online fokussieren müssen.

Infografik: 106 deutsche Zeitungen setzen auf Paywall | Statista

Digitales Testen für eine bessere Zukunft

Ein zweites, viel diskutiertes Thema im Ausschuss war die Rolle des Qualitätsjournalismus. Die Medienhäuser selber sehen keine Gefahr eines Verfalls des Journalismus. Sie sind der festen Überzeugung, dass auch online gute Artikel angeboten werden sollten und diese bei den Lesern durchaus erwünscht sind. Ein Mittelweg zwischen der Priorisierung von Artikeln durch Leser und die Redaktion sollte zur Gestaltung der Seite und Ordnung des Contents gefunden werden.

So wird sichergestellt, dass das Interesse der Leser gehört und diesem die notwendige Beachtung geschenkt wird. Gleichzeitig behalten die Medien jedoch ihren Einfluss auf die gesellschaftliche und politische Diskussion. Die Phase der lähmenden Angst in Bezug auf die Digitalisierung ist also überstanden und nun geht es über in die Phase des Testens. Die Medien werden in Zukunft anders arbeiten und sich der Herausforderung des Internets und einer sich wandelnden Gesellschaft stellen müssen.

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