Einheimische und Einwanderer

Als ich ein Kind war, hatte ich keine Idee davon, wie es wohl einmal werden wird, in der digitalen Gesellschaft des Jahres 2015.

Foto: Kik.Dreem, flickr.com, CC-BY-NC-ND

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Über Walkie-Talkie konnte ich mich auch in 100 Meter Entfernung mit meinen Freunden unterhalten. Fernsehen nach 20 Uhr war ein absolutes Highlight. Musik habe ich mit dem Kassettenrecorder abgespielt, eigene Aufnahmen sprach ich durch das Mikrofon. Unterwegs hatte ich einen Walkman, mit dem ich mich ausgesprochen modern fand. Ich besaß keinen Game Boy, war aber neidisch auf die Kinder, die ihn sogar mit zur Grundschule nahmen.
Ich lief mittags einfach zu meinen Freunden und kam abends zurück. Ich musste niemandem mitteilen, wann ich wie und wo angekommen bin. In den Urlaub fuhren wir mit Straßen- und Landkarten. Ein paar Jahre später spielte ich „Snake“ auf dem Handy meiner älteren Schwester und löste am ersten Computer zu Hause TKKG–Fälle, malte Bilder mit Paint und spielte heimlich „Moorhuhn“.

Die Digitalisierung kann man an jeglichen Standorten spüren, ob am Arbeitsplatz, in öffentlichen Verkehrsmitteln, bei der Familienfeier, beim Treffen mit Freunden oder alleine zu Hause: Computer, Smartphones und Social Media sind immer ein Teil dessen. Die ganze Gesellschaft hat die digitalen Medien förmlich integriert. Ob über den Computer E-Mails schreiben, die 14-Tage-Wetterprognose anschauen, Online-Kochrezepte oder News auf dem Tablet. Die jüngste Generation, die „Digital Natives“, kann sich eine Welt ohne Twitter, Facebook und WhatsApp kaum vorstellen. Sie plant Veranstaltungen, fragt um Rat und präsentiert sich mit Bildern in der Öffentlichkeit.

Online versus offline – ein Balanceakt

Marc Prensky, ein US-amerikanischer Autor, Lehrer und Manager, hat sich mit dem Begriff „Digital Natives“ in Aufsätzen und Büchern mit der Entwicklung der digitalen Medien auseinandergesetzt. In „Digital Natives, Digital Immigrants“ unterscheidet er zwischen Einheimischen und Einwanderern der digitalen Welt. Besonders im Hinblick auf deren Verhalten: „Our students today are all ’native speakers‘ of the digital language of computers, video games and the internet.“ Damit sagt Prensky, dass die jüngere Generation eine andere Sprache spricht und sich im schlimmsten Fall nicht mehr mit den Einwanderern verständigen kann. Eine neue Sprache wurde entwickelt: die der Computer, der Videospiele und des Internets.

Die digitale Generation hat vieles in der Gesellschaft verändert und beeinflusst. Auf der einen Seite kann man sagen, dass vieles vereinfacht wurde, die Kommunikation mit anderen Personen ist durch Social Media lebendiger geworden. Fotos, Videos und Musik können einfach und schnell verbreitet werden. Die Unternehmen arbeiten effizienter, haben vereinfachte Arbeitsabläufe und können auch über Social Media werben.
Auf der anderen Seite tauchen gesellschaftliche Probleme auf, auch der gesamte Schutz und die Privatsphäre werden in Frage gestellt. Die Achtsamkeit und der bewusste Umgang mit den digitalen Medien sind wichtig, um Generationenkonflikte zu verhindern, um persönlichen Schutz zu wahren und, um sich nicht in der digitalen Welt zu verlieren. Außerdem ist es wichtig, eine Balance zwischen digitaler und realer Welt zu finden.

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