Kontroverse Klimaschutz

„Act now, not tomorrow“ – mit diesem Appell eröffnete die Bundesumweltministerin am Morgen die Paneldiskussion zur Beziehung von Klimaschutz und nachhaltiger Entwicklung. Denn trotz vermeintlich hoher Motivation bleibt die internationale Gemeinschaft bisher weit hinter ihren selbstgesteckten Zielen zurück. Wann folgen den Worten endlich Taten?

Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks im Gespräch mit Moderator Cherno Jobatey.

Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks im Gespräch mit Moderator Cherno Jobatey.

Klimaschutz – ein schwieriges Unterfangen

In vielen Ländern zeigen sich bereits heute die Auswirkungen des Klimawandels: Immer wieder bestimmen Bilder von Klimakatastrophen die Berichterstattung. Eine entschiedene internationale Antwort darauf steht jedoch noch aus. Die Zusammenarbeit erwies sich als schwierig, da sich besonders die Großmächte USA und China bisher geweigert hatten, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren. Deren Anteil an den weltweiten Emissionen beträgt immerhin 40 Prozent. Die kürzliche Einigung der Staatschefs beider Länder auf dem Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) Anfang November lobte Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks vor diesem Hintergrund als „wichtigen Schritt“.

Große Ambitionen und kritische Fragen

Denn auch Hendricks hat sich in ihrer bisherigen Amtszeit ehrgeizige Ziele gesteckt. Zum einen will die Bundesumweltministerin die deutschen CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 halbieren. Zum anderen strebt sie an, den Anteil Erneuerbarer Energien von aktuell 28,5 auf bis zu 60 Prozent im Jahr 2050 zu steigern. Die Bundesumweltministerin bemüht sich offensichtlich, der deutschen Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz gerecht zu werden.

Problematisch bleibt allerdings weiterhin die Braunkohleförderung, die von UmweltschützerInnen seit Langem als klimaschädlich kritisiert wird. Laut einem Hintergrundpapier des Umweltbundesamts machen Stein- und Braunkohle immer noch 45 Prozent der Bruttostromversorgung aus. Dabei wäre ein baldiger Abschied von der Kohle nicht nur notwendig, sondern auch möglich. Große Energiekonzerne wie Vattenfall planen bereits, ihr Braunkohlegeschäft in Deutschland einzustellen. Es ist höchste Zeit zu handeln, besonders auf internationaler Ebene.

Neue Hoffnungen für Paris

Im Hinblick auf die Klimakonferenz in Paris Ende 2015 zeigte sich die Bundesumweltministerin deshalb zuversichtlich. Dort soll das im Jahr 2012 abgelaufenen Kyoto-Protokoll durch einen neuen verbindlichen Klimavertrag abgelöst werden, der neben den Industriestaaten auch die Entwicklungsländer in die Verantwortung miteinbezieht. In Stein gemeißelt ist allerdings noch nichts. Erst auf dem Klimagipfel in Paris wird sich zeigen, wie viel den beiden Großmächten USA und China der Klimaschutz wirklich bedeutet. Bis dahin bleibt nicht mehr als Zuversicht.

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