Social Start-Ups: Die innovativsten Ideen Kieler Studenten

Jung, sozial und nachhaltig. Das versprechen die sogenannten Social Start-Ups.
Auf der ZukunftsTour in Kiel hat Henri zwei Firmen getroffen, die dieses Prädikat für sich beanspruchen.

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Rostlatte Gründer Max von Moszczenski (Foto: Henri Maiworm)

Rostlatte: Upcycling fürs Longboard-Cruisen

Seit Mitte 2014 existiert Rostlatte – eine kleine Zweimann Firma. In Handarbeit fertigen sie Longboards aus alten Lattenrosten und betreiben so Upcycling –  das Aufwerten vermeintlich nutzloser (Abfall)stoffe. „Wann immer also ein Bekannter oder Freund ein altes Bettlattenrost übrig hat, bringt er es zu uns“, erzählt der Gründer von Rostlatte Max von Moszczenski . Inzwischen arbeiten sie sogar mit den lokalen Abfallwirtschaftsbetrieb in Kiel zusammen. Max erklärt, dass die Lattenroste sonst weggeschmissen werden würden.

Die Idee kam ihm als er mit alten, ausgedienten Wahlplakaten herumbastelte. Die eigneten sich zwar nicht – Lattenroste waren aber ideal, wie er dann herausfand.

„Mich hat es immer fasziniert, etwas zu nehmen und es zu etwas komplett Neuem umzuwandeln“ erzählt Max. Schaffen konnte er das nur, weil er von Anfang an in der alten Muthesius-Kunsthochschule in Kiel kostenfrei eine Werkstatt beziehen konnte. Der alte Gebäudekomplex hat sich in den letzten Jahren zu einer Art kreativen Spielwiese für Künstler und Start-Ups entwickelt. Zu diesen gehört auch Max mit seinen selbstgebauten Longboards.

Neben Longboards fertigt das Start-Up  auch sogenannte Geodomes, zeltartige Gebäude aus alten Lattenrosten.

Von Rostlatte leben kann der Schiffbaustudent nicht, deswegen arbeitet er hauptberuflich noch als Industriekletterer. Demnächst will er zusammenklappbare Holzstühle machen, auch aus Lattenrosten und versehen mit einem Kissen aus – wie sollte es anders sein – upcyclten Segelstoff.

myBoo Bambusfahrräder: Drahtesel sind out – Bambus ist der neue Stahl

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Das myBoo Bambusfahrad: Hier vor Kieler Kulisse (Foto: Henri Maiworm)

Das soziale Start-Up myBoo GmbH lässt Fahrräder aus Bambus in Ghana fertigen. Anschließend werden sie nach Deutschland gebracht, wo sie dann veredelt werden. Ende 2012 kam den zwei Kieler Studenten Maximilian Schay und Jonas Stolzke die Idee, nachdem sie von einem Freund von den Bambusfahrrädern in Ghana gehört hatten. Die Jungs waren sofort Feuer und Flamme, waren sie doch schon an der Gründung einer Firma interessiert und hätte dies gerne mit einem sozialen Engagement verknüpft. Nach Investorensuche und einer Reise nach Ghana konnten sie 2014 den Verkaufsstart ihrer Fahrräder bekannt geben.

 

Bambus verbindet

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Ghanaischer Arbeiter misst den Bambus aus, der später zum Fahrrad wird (Foto: myBoo GmbH)

Das Besondere an den Fahrrädern ist der Verbau von Bambus. Der pflanzliche Rohstoff soll dem Fahrrad eine ganz besondere Elastizität verleihen.

Doch auch die soziale Komponente ist nicht zu vernachlässigen. MyBoo arbeitet eng mit der NGO „Yonso Project“ zusammen. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit im ghanaischen Mapong Distrikt. Außerdem geht ein Teil der Erlöse in einen Fond, um die Bildungschancen ghanaischer Kindern zu verbessern.

Inzwischen besteht das Start-Up besteht aus 7 Mitarbeiter*innen in Deutschland und 10 Mitarbeiter*innen  in Ghana. Die Räder von myBoo kann man in über 70 Fahrradläden in Europa kaufen. Die Preise liegen etwa zwischen 2000€ und 2500€.

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